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Philologia sanat

Studien für Hans-Albrecht Koch zum 70. Geburtstag

Edited By Gabriella Rovagnati and Peter Sprengel

Medizin und Literatur stehen in einem so wechselvollen wie spannenden Dialog, der in zahlreichen Studien des dem Philologen und Bibliothekar Hans-Albrecht Koch gewidmeten Bandes beleuchtet wird – von der altgriechischen Komödie über das Volksbuch von Till Eulenspiegel zur Volksmedizin und Erfahrungsseelenkunde der Aufklärung und weiter über Klassik und Romantik bis hin zu Autoren und Diskursen des 20./21. Jahrhunderts. Andere Essays umspielen den roten Faden mit Seitenblicken auf Fellinis Antike-Rezeption, mittelalterliche Buchkunst und Sakralskulptur, Beethovens «Fidelio», Chamissos Langzeitwirkung und einen vergessenen Züricher Zeichner. Die Linie setzt sich fort mit neuem Material zum «Netzwerker» Rudolf Alexander Schröder und Einblicken in die aktuelle Architektur und Hochschulpolitik.

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Zum Geleit

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„Es ist mit den Jahren doch sehr merkwürdig und artig, wie immer eins so hinter dem andern hergeht, und sich mit der Akkuratesse anschließt, dass nie eine leere Stelle dazwischen wahrgenommen wird. Man kann sich dieses gar schön unter dem Bilde einer Schlange vorstellen die ihren Schwanz im Munde hat, oder auch unter dem Bilde eines Rades, darauf ein Übeltäter geflochten ist, und ich würde das Rad noch vorziehen. Denn sind wir Menschen nicht gleichsam von der Hand des Schicksals aufs Rad der Jahre geflochten?“ Mit diesem Claudius-Zitat, das so gar nicht dem üblichen Bild vom heiter-frommen „Wandsbecker Bothen“ entspricht, eröffnete Hans-Albrecht Koch im Januar 2015 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Gedenkartikel zum 200. Todestag des Aufklärungspoeten.

„Nun führt die kontinuierliche Umdrehung der Jahre“ – um weiter mit Koch zu sprechen – im Juli 2016 auch seinen eigenen 70. Geburtstag herauf, und seine Freunde, Kollegen und Verehrer eilen herbei, die Beschwerden zu lindern, die die Anspannung einer auf das Zeitrad geflochtenen, eng mit der Zeitgeschichte verflochtenen Existenz mit sich bringen mag. Sie tun das im Zeichen eines Gottes, dessen Sinnbild die um den Stab gewundene Schlange darstellt: die Heilkraft der Philologie beschwörend, in deren Dienst sich Hans-Albrecht Koch mit vorbildlicher Entschlossenheit gestellt hat. „Philologia sanat“, erklären sie in bewusster Abwandlung und Überbietung einer alten Lebensweisheit, die die Grenzen aller ärztlichen Bemühung reflektiert: Medicus curat, natura sanat.

So dient denn auch den meisten Beiträgen...

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