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Politische Online-Kommunikation im kolumbianischen Präsidentschaftswahlkampf 2010

Eine Kritische Diskursanalyse

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Dinah Leschzyk

Welche Rolle spielen soziale Medien in lateinamerikanischen Wahlkämpfen? Wie nutzen Kandidierende Twitter & Co. in ihren Kampagnen? Wodurch zeichnet sich der politische Online-Diskurs aus? Am Beispiel der kolumbianischen Präsidentschaftswahlen 2010 wertet diese Studie die Online-Kampagnen von neun Kandidat_innen aus. Mittels einer Kritischen Diskursanalyse untersucht sie Blogtexte, Facebook-Postings und Tweets als Elemente offizieller Wahlkampfkommunikation. Die Autorin analysiert die Textgestaltung und beleuchtet Positionierungen zu brisanten Themen wie Korruption, Wahlbetrug und Diskriminierung. Ob Online-Kommunikation ein Mittel gegen Politikverdrossenheit sein kann und die Kampagnenteams das Potential sozialer Medien genutzt haben, lässt sich nach der Lektüre dieses Buches beantworten.

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7 Der politische Online-Diskurs: Analyse des diskursiven Effektpotentials

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Doch das Internet ist mehr als eine elektronische Plakatwand. Es kann Themen platzieren und beeinflusst so die Inhalte von Politik. Dies kann letztlich sogar auf die Struktur des politischen Systems rückwirken. (Bieber 2009: 10)

7   Der politische Online-Diskurs: Analyse des diskursiven Effektpotentials

Im Folgenden werden Bereiche vorgestellt, in denen der Online-Wahlkampf um die kolumbianische Präsidentschaft 2010–2014 den herrschenden politischen Diskurs in Kolumbien beeinflusst hat. Im Fokus stehen hierbei die Diskursteilnehmer_innen: Die Nutzung der sozialen Medien erweiterte ihren Kreis und führte gleichzeitig zu Modifikationen bestehender Rollen (Kapitel 7.1). Auf vielfältige Weise tangiert wurde dabei die soziale Rolle ‚Präsidentschaftskandidat_in‘, wie Kapitel 7.1.1 darstellt. Von besonderer Bedeutung war zudem die Kategorie ‚Gender‘, die sowohl über die Sichtbarmachung von Frauen als auch über die Ausgrenzung der Diskriminierungsproblematik aus dem Online-Wahlkampf auf den politischen Diskurs wirkte (Kapitel 7.1.2).

Daneben werden Effekte des Online-Wahlkampfs 2010 auf das politische System als einer der zentralen Diskursdeterminanten von Präsidentschaftswahlen analysiert (Kapitel 7.2). Hierbei stehen Forderungen der Kandidat_innen nach neuen Ämtern, Behörden und Ministerien im Mittelpunkt. Ihre Wirkung steht nicht einzig in Abhängigkeit zu einem Wahlsieg.

7.1   Die Diskursteilnehmer_innen

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