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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Wie geht’s (dir)? Zur diachronen Entwicklung pragmatischer Phraseme im kontrastiven Vergleich

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1.       Ziel

Obwohl das Interesse an historischer Phraseologie erstarkt ist (Burger 2012: 2), werden Routineformeln im neueren phraseologischen Diskurs bislang kaum behandelt. Erkundigungen nach dem Befinden mittels pragmatischer Phraseme wie Wie geht’s (Dir)? oder Wie läuft es? und entsprechende Antworten sind zentrale Bestandteile der phatischen Alltagskommunikation. Im Folgenden soll auf der Basis einschlägiger Textkorpora insbesondere der Idiomatisierungsprozess von Wie geht’s? nachgezeichnet werden, dessen Ausgangspunkt im Mittelhochdeutschen liegt. Kontrastiv wird der Entwicklungsprozess von How do you do? und How are you?, die heute auch als Grußformeln verwendet werden, skizziert. Damit soll gezeigt werden, welches Potential – auch in kontrastiver Hinsicht – die Beschäftigung mit Routineformeln bietet.

2.       Grundlagen

Die Frage Wie geht’s (Dir)? wird mit der Gesprächseröffnung in Alltagsgesprächen verbunden und zu den Befindensformeln gerechnet. Sie wird zudem mit phatischer Kommunikation (cf. Malinowski 1923) assoziiert und als kontaktstiftend (cf. Coulmas 1981: 94) interpretiert. Die Interaktionspartner/innen bezeugen sich durch Befindlichkeitsfragen im Gespräch Respekt und halten einen „social contract“ (Bardovi-Harlig 2012: 297) ein. Entsprechend führt etwa Coulmas (1981: 81) die vier Parameter ‚Voraussagbarkeit’ (im Kommunikationsablauf), ‚Obligiertheit’‚ Gebundenheit an eine ‚Äußerungssituation’ und ‚Kulturspezifik’ ein. Allerdings darf bezweifelt werden, dass die genannten Routineformeln dadurch schon erschöpfend beschrieben sind: Weder wurde bisher die (historische) Varianzbreite von Befindlichkeitsformeln untersucht, noch wurde thematisiert, welche Einflussgrößen – etwa Situation, Alter, Position, geteilte Kommunikationsgeschichte, Dauer und Intensität des Kontakts – welche Relevanz besitzen. So ließe sich etwa leicht zeigen, dass eine phatische...

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