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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Das Prädikationspotenzial von Schreckbildern – am Beispiel von Bildern in der Islam-Debatte

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Silvia Bonacchi (Warschau, Polen)

Das Prädikationspotenzial von Schreckbildern – am Beispiel von Bildern in der Islam-Debatte

1.       Schreckbilder als visuelle Konstruktionen mit multimodalem Charakter

In dem vorliegenden Beitrag wird auf das Prädikationspotential von „Schreckbildern“ als visuelle Konstruktionen mit multimodalem Charakter eingegangen. Unter „visuelle Konstruktionen“ mit multimodalem Charakter werden hier Bilder subsumiert, die keine statischen Bilder sind, sondern Bilder, die „erzählen“, weil sie in ein Gewebe von dichten symbolischen Bezügen, die das kollektive Gedächtnis ansprechen, eingespannt sind. Sie zielen auf unterschiedliche produktive und rezeptive Modalitäten (akustische, visuelle, haptische, kinetische) beim Produzenten und Adressaten ab (cf. dazu Bonacchi/Karpiński 2014). Ihre Bedeutung ist kontextuell variabel und entsteht progressiv aus der Wechselwirkung der semiotischen Dimensionen, die sich in ihnen entfalten.

Aus der Sicht ihrer handlungsleitenden Dimension sind Schreckbilder als eine Art visuelles argumentum ad baculum (Drohung) oder argumentum ad metum (Angstargument) zu betrachten, die diskursiv eingesetzt und in bestimmten prädikativen Strukturen (Satztypen mit drohender Illokution) umgesetzt werden können. Sie sollen den BeobachterInnen Angst machen und sie somit zur Abwehr oder zu anderen defensiven Reaktionen verleiten. In diesem Sinne sind Schreckbilder nicht so sehr als „Kommunikationsangebote“ (Stöckl 2004: 18), sondern als kommunikative „Diktate“ zu sehen: Sie „zwingen“ den Adressaten zur Abwehr.

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