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Online-Beratung im Gruppenchat für Jugendliche und junge Erwachsene

Zwischen Leichtigkeit und Tiefgang

Monika Vey

Virtuelle Beratungsräume statt personaler Begegnung? Vor allem für junge Menschen bietet die leichte Verfügbarkeit eine Chance, fachliche Hilfestellung wie qualifizierte psychologische Beratung ohne große Hürden zugänglich zu machen. Im Gruppenchat als hybrider Form kann sowohl Fachkompetenz wie auch Peer-Empowerment abgerufen werden. In der empirischen Analyse von Chattexten aus der Jugendberatung der bke beleuchtet die Autorin das Spannungsfeld zwischen scheinbar oberflächlichem Plaudern und ernsthafter Selbstreflexion und beschreibt die Auswirkungen einer Verschränkung dieser beiden scheinbar unvereinbaren Themenfelder. Sie diskutiert Chancen und Grenzen sowie typische Eigenheiten der medienbasierten Jugendberatung und Anregungen zur Qualifizierung für dieses Tätigkeitsfeld.

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VII Befunde der Auswertung: Zusammenfassung

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Nach dem empirischen Teil, in dem die Analyse der vorliegenden Chatprotokolle beschrieben und erste Befunde unter Rückgriff auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die im Theorieteil erörtert worden waren, bereits in einen größeren Gesamtrahmen eingeordnet worden waren, sollen nun die Ergebnisse der Untersuchung noch einmal zusammenfassend dargelegt werden. Die Darstellung orientiert sich dabei grob am Analyseraster bzw. an den bereits im Theorieteil aufgeworfenen Fragestellungen.

„Was geht hier eigentlich vor?“ – diese bereits mehrfach zitierte Frage Erving Goffmans als Leitmotiv der wissenschaftlichen Annäherung und Analyse diente sozusagen als Leitfaden für die vorliegende Arbeit. Es wurde versucht, das Zusammentreffen einer Gruppe Jugendlicher/junger Erwachsener, die sich explizit auf einer Beratungsplattform mit dem Anspruch fachkundiger psychologischer Begleitung zu einem Gruppenchat zusammenfinden, in seinen wesentlichen Grundzügen zu beschreiben. Thema ist die Verschränkung zweier auf den ersten Blick scheinbar unvereinbarer Gegensätze, polarisiert gesprochen: Seriosität und Authentizität eines fachlich qualifizierten Beratungsangebotes im Sinne einer Lebensbegleitung in krisenhaft erlebten Situationen versus Fluidität und Unverbindlichkeit eines Chatangebotes, das jederzeit per Mausklick betreten und ebenso schnell sanktionsfrei wieder verlassen werden kann und in dem es eher um „Unterhaltung“ als um ernsthaftes Sich-Einlassen und Reflektieren geht. Und das zudem unter den Bedingungen einer mehr oder weniger zufällig zusammengewürfelten Gruppe junger Menschen mit hohem Autonomiestreben, Tendenz zur Selbstüberschätzung und Abgrenzung gegenüber Autoritäten.

Wie beeinflussen sich diese beiden Bereiche gegenseitig, wenn sie zusammengeführt werden? Wie arbeiten sie aufeinander zu? Was passiert mit einem...

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