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Griechische visuelle Poesie

Von der Antike bis zur Gegenwart

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Lilia Diamantopoulou

Die Autorin untersucht das Formenspektrum griechischer visueller Poesie in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Spannbreite: Vom antiken Technopägnion, den Kuben und Trigona, über die byzantinischen «gewebten Verse» oder die neuzeitlichen figurierten Lobgedichte bis hin zur Vielfalt experimenteller Formen in der Moderne und der Code Poetry unserer Zeit. Die literaturhistorische Darstellung berücksichtigt neben der rein textuellen Seite der entsprechenden Artefakte auch deren medialen und performativen Charakter und setzt sie in Bezug zu den internationalen Strömungen.

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7. Letzte Spuren des Personenlobs in figurierter Form

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7.    Letzte Spuren des Personenlobs in figurierter Form

7.1.    Eine säulenförmige Ode von Evanthia Kairi und dem Drucker Konstantinos Tombras an den Metropoliten von Ephesus Dionysios Kalliarchis (1819)

Einen weiteren Nachweis für die figurierte Form der Gelegenheitsdichtung im griechischsprachigen Raum findet sich auf einem Einblattdruck, der vermutlich 1819 und spätestens 1821 in der Druckerei im kleinasiatischen Kydonies gedruckt wurde (Abb. 21). Es handelt sich hierbei um eine Ode an den Metropoliten von Ephesus Dionysios Kalliarchis (ab 1803, davor Metropolit von Larissa).538 Hinter den Initialen „E. N.“ verbirgt sich eine junge Frau und zwar die zur Zeit der Niederschrift erst 20jährige E[vanthia Kairi des] N[ikolaos’ Tochter]. Evanthia Kairi wäre hiermit die erste Frau aus dem griechischen Raum, die ein Figurengedicht verfasst hat, wenn man nicht vielmehr davon ausgehen müsste, dass die visuelle Form erst durch den fachlichen Beitrag des Buchdruckers Konstantinos Tombras entstanden ist.539 Das Gedicht wurde dem Metropoliten bereits zu einem früheren Zeitpunkt überreicht, als Belohnung dafür hatte Evanthia Kairi 25.000 Groschen und einen Mantel erhalten (Panagiotopoulos 1963/4: 236). Kalliarchis galt als Mäzen der Akademie von Kydonies, deren Teil auch die Druckerei war. ← 263 | 264 → Im Gedicht wird er an zwei Stellen als Beschützer der Musen („Ζήτω Μουσών Προστάτης!“) gefeiert.540

Ob das Gedicht bereits vor der Drucklegung von K. Tombras die Form einer Säule hatte, ist nicht mehr mit Sicherheit nachzuweisen. Panagiotopoulos (1963/4), der sich als erster eingehend mit der Ode befasst,...

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