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Karl Nauwerck – Ein ‚bekannter patentirter Revolutionär‘

Herkunft und Jugend – Von der Aufklärung zum Aufbegehren. Nebst Anhängen mit Archivalien und Dokumenten von und zu Ludwig und Karl Nauwerck sowie mit Exkursen

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Lars Lambrecht

Dieses Buch veröffentlicht erstmals den Nachlass des ‚radikalen Demokraten‘ der März-Revolution Karl Nauwerck (1810–1891). Es wertet die aufgefundenen persönlichen und literarischen Dokumente der Jugendzeit kritisch aus und publiziert die Archivalien seines Vaters Ludwig, seiner Kinder und Enkel, die ebenfalls im Karl-Nauwerck-Familienarchiv (KNFA) gesichert sind.

Die vielfältigen Dokumente und Briefe belegen die politischen, gesellschafts- und kulturgeschichtlichen wie persönlich-privaten Beziehungen zwischen der Familie Nauwerck und bedeutenden Persönlichkeiten seit Ende des 18. Jahrhunderts: J. W. v. Archenholtz, C.L. Fernow, J.W. Goethe, J.H. Meyer, C.F. Zelter, F.D. Bassermann, R. Blum, S. Born, A. Geiger, M. Hartmann, A. Herzen, A.H. Hoffmann v. Fallersleben, J. Jacoby, A. Ruge, F.T. Vischer oder C. Vogt.

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1. Herkunft, Heimat, Familie, Jugend und Studium

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1.  Herkunft, Heimat, Familie, Jugend und Studium

1.1  Etwas zu Norddeutschland: Zum geographischen und historisch-politischen Milieu

Karl Nauwerck stammte aus Norddeutschland. Es ist hier einem weit verbreiteten Vorurteil nach regnerisch, kalt, alles entweder hart oder trüb, bunt oder eintönig (Goethe), die Menschen ernst, schweigsam bis schwermütig und mürrisch, vor allem aber hartnäckig bis stur. Wie aber bei allen Vorurteilen, so trifft es auch für Norddeutschland höchstens bis zur Hälfte zu; schlechtes Wetter, Regen und Nebel gibt es hier nicht mehr als anderswo, statistisch gesehen. Düsternis und Schwere aber beherrscht die Menschen eher im Westen – sprichwörtlich ist ihre eigenbrötlerische Art, – an der Nordseeküste, in der scheinbar endlosen Weite von Marschen und Himmel und irgendwo mal am grauen Strand, am grauen Meer seitab liegt eine graue Stadt; Der Nebel drückt die Dächer schwer, Und durch die Stille braust das Meer (Storm). Ganz entgegengesetzt zeigen sich die Gegenden an der Ostseeküste, die sich eher durch Leichtigkeit auszeichnen, ihre Landschaften durch Anmut, sanftes Hügelland der Endmoränen, viele kleinere Städte, aber farbig-prächtig mit ihrer ‚Backsteingotik‘, ihre Menschen eher emsig, beweglich, weltoffen und auf den Handel eingestellt. Die unverkennbaren Eigenarten dieser Regionen mochten einigen Charakterzügen Karl Nauwercks entsprochen haben.

Unterschiede fanden sich auch bei den ökonomischen und sozialen Verhältnisse; die Nordseeküsten vom heutigen Niedersachsen bis Schleswig-Holstein waren von der Landwirtschaft dominiert und eher arm,...

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