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Karl Nauwerck – Ein ‚bekannter patentirter Revolutionär‘

Herkunft und Jugend – Von der Aufklärung zum Aufbegehren. Nebst Anhängen mit Archivalien und Dokumenten von und zu Ludwig und Karl Nauwerck sowie mit Exkursen

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Lars Lambrecht

Dieses Buch veröffentlicht erstmals den Nachlass des ‚radikalen Demokraten‘ der März-Revolution Karl Nauwerck (1810–1891). Es wertet die aufgefundenen persönlichen und literarischen Dokumente der Jugendzeit kritisch aus und publiziert die Archivalien seines Vaters Ludwig, seiner Kinder und Enkel, die ebenfalls im Karl-Nauwerck-Familienarchiv (KNFA) gesichert sind.

Die vielfältigen Dokumente und Briefe belegen die politischen, gesellschafts- und kulturgeschichtlichen wie persönlich-privaten Beziehungen zwischen der Familie Nauwerck und bedeutenden Persönlichkeiten seit Ende des 18. Jahrhunderts: J. W. v. Archenholtz, C.L. Fernow, J.W. Goethe, J.H. Meyer, C.F. Zelter, F.D. Bassermann, R. Blum, S. Born, A. Geiger, M. Hartmann, A. Herzen, A.H. Hoffmann v. Fallersleben, J. Jacoby, A. Ruge, F.T. Vischer oder C. Vogt.

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Zweiter Exkurs. Schleiermacher und die Juden

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Zweiter Exkurs Schleiermacher und die Juden∗

Schleiermacher bezeichnete die gläubigen Juden seiner Zeit als solche, die „eigentlich klagend bei der unverweslichen Mumie [sitzen] und […] über sein Hinscheiden und seine traurige Verlassenschaft“ weinen. Er behandele den jüdischen Glauben nämlich nicht, „weil er etwa der Vorläufer des Christentums wäre: ich hasse in der Religion diese Art von historischen Beziehungen, ihre Notwendigkeit ist eine weit höhere und ewige, und jedes Anfangen in ihr ist ursprünglich“ (Schleiermacher 1991, S. 191; Herv.: LL)

In dem von Schleiermacher in seiner fünften Rede Über die Religion. Reden an die Gebildeten und ihren Verächtern vollzogenen christlichen In- und Exklusionsverhältnis ist die nicht nur theologisch zu verstehende Unmöglichkeit begründet, dass Juden in die von Schleiermacher konstruierte Gemeinschaft hätten integriert werden können, trotz aller seiner ,staatsbürgerlichen‘ und ‚rechtsstaatlichen‘ Plädoyers für die ‚Gleichstellung‘ der Juden‘ in Preußen: Juden, so lässt sich seine Anschauung zusammenfassen, können keine Christen als Bürger sein – er bezweifelte, dass Juden eine „Anlage zum Christenthum“ hätten (Schleiermacher 1984a, S. 36) –, weswegen auch die Rede von seiner angeblichen Taufe Rahels Varnhagens absurd war und ihre spätere Konversion eher Schleiermachers Abkehr von seiner Förderin plausibel machte. Die Übertragung des hellenistisch-judäischen Gast-Fremden-Verhältnisses auf die christliche Gemeinde wies Schleiermacher in jener Predigt mit dem Paulus-Wort als ‚jüdische‘ Irrlehre (die „Christen aus den Juden“) definitiv zurück (1970,...

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