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Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

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Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

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Einleitung

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»Riesige Baumaschinen überziehen Bochum-Querenburg. Endlos schleppen Lastwagen vorfabrizierte Teile heran, Kräne durchwachsen das Baugelände, die halbfertigen Hochbauten stehen hilflos da, nackter Beton, aufsaugfähig für Parolen. Transparente hängen an den bereits fertiggestellten Gebäuden […]«.1

Eines dieser ›bereits fertiggestellten Gebäude‹, die die Szene aus Urs Jaeggis Roman Brandeis imaginiert, war das Gebäude IA. Darin war das Germanistische Institut der Ruhr-Universität seit Eröffnung des Vorlesungsbetriebs in den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern am 2. November 1965 bis Ende des WS 1970/71 untergebracht, bevor es zum SS 1971 in einen der in der Zwischenzeit noch ›halbfertigen Hochbauten‹ umzog.2 Das schadstoffverseuchte Gebäude IA ist mittlerweile schon wieder abgerissen worden, die Germanistik ist immer noch im Gebäude GB, das der Sanierung entgegensieht, untergebracht. ›Parolen‹ und ›Transparente‹ der Studentenbewegung, die der Roman aus der Perspektive eines Bochumer Soziologieprofessors für den Zeitraum zwischen dem Attentat auf Rudi Dutschke, dem Einmarsch der Sowjets in Prag und der Landung von Apollo 11 auf dem Mond durcharbeitet, sind längst abgehängt – die Studenten, d. h. die ›Studis‹3 hecheln Kreditpunkten hinterher, die Fachschaften organisieren Partys und die ›Profs‹ schreiben Drittmittelanträge…←7 | 8→

Aufbaujahre – Erstberufungen und Gründung der Bochumer Neugermanistik in Münster

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