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Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

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Edited By Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

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Paul Gerhard Klussmann

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Paul Gerhard Klussmann besetzte von 1971 bis 1988 die vierte ordentliche Professur für Neuere deutsche Literaturgeschichte am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität. Seine Berufungs- und Emeritierungsdaten markieren gleichermaßen Ausbau- und Stagnationsphase nordrhein-westfälischer Universitätspolitik. Stand die Schaffung des neuen Lehrstuhls Neugermanistik IV, der in dem Gründungstableau der Abteilung für Philologie – erst 1985 wurde die Bezeichnung ›Fakultät‹ eingeführt – noch nicht vorgesehen war, im Zeichen der bildungspolitischen Offensive Anfang der 70er Jahre, wurde er aufgrund der »Finanzenge des Landes«1 Nordrhein-Westfalen, die Anfang der 80er Jahren zu einer Konzentration und Neuordnung des universitären Studienangebots führte, mit der Emeritierung seines ersten und einzigen Inhabers gleich wieder abgeschafft. In der Folge dieser Konzentrations-, d. h. Sparmaßnahmen wurde die Stelle im Haushaltsplan der RUB mit einem kw-Vermerk (kw für: künftig wegfallend) versehen, so dass das Germanistische Institut den Lehrstuhl 1988 einbüßte.

Paul Gerhard Klussmann wurde am 25. Februar 1923 in Bielefeld geboren. Er besuchte zwischen 1933 und 1942 das Humanistische Gymnasium seiner Vaterstadt, bevor er 1942 zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1946 studierte Klussmann an der Universität Münster Germanistik, Philosophie, Latinistik, Anglistik und Pädagogik und wurde – nachdem er das Studium zweimal zum Geldverdienen in einer Fabrik, wo er als Dreher arbeitete, hatte unterbrechen müssen – 1955 mit einer Arbeit zu Stefan George bei Benno von Wiese ›summa cum laude‹ promoviert.2 Seine einflußreichsten Lehrer waren Benno von Wiese, Jost Trier,...

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