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Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

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Edited By Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

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Uwe-K. Ketelsen – sozialgeschichtliche Betrachtungsweise

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Uwe-K. Ketelsen, 1938 in Hannover geboren, war von 1975 bis 2003 an der Ruhr-Universität tätig1 und besetzte hier die Professur ›Neuere deutsche Literaturwissenschaft mit besonderer Berücksichtigung sozialgeschichtlicher Betrachtungsweise‹. Ketelsen hinterlässt in der germanistischen Literaturwissenschaft bleibenden Eindruck durch seine Forschungen zur faschistischen und ›völkischen‹ deutschen Literatur vor dem und während des Nationalsozialismus und zur deutschen Literatur der (Früh-)Aufklärung; einen starken Bezug zum Standort seiner Universität beweist er mit Publikationen zum Bochumer Schauspielhaus und durch seine Betreuung einer Sammlung von Artefakten aus dessen Geschichte. Zudem zeigt er ein großes Interesse an der Literatur des Ruhrgebiets.

Ketelsen wurde 1966 promoviert und habilitierte sich 19742, und zwar mit den jeweils kurz darauf veröffentlichten Schriften Heroisches Theater. Untersuchungen zur Dramentheorie des Dritten Reichs3 und Die Naturpoesie der norddeutschen Frühaufklärung.4 Vor dem Ruf an die Bochumer Ruhr-Universität war Ketelsen zunächst wissenschaftlicher Assistent in Kiel (1966–1969; zunächst bei Karl Otto Conrady, nach dessen Weggang bei Eberhard Mannack) und Köln (1969–1974 wiederum bei Conrady). Nachdem er nach der Habilitation zunächst im Sommersemester 1974 als Privatdozent in Köln wirkte, kehrte Ketelsen im Wintersemester 1974/75 noch einmal nach Kiel zurück und vertrat dort eine Professur, bevor er zum Sommersemester 1975 nach Bochum berufen wurde. Dort fand er nach eigener Aussage »mächtige Hierarchien« vor: »Das war ich nicht gewohnt, […] das fand ich erstaunlich.«5 Dieser Eindruck scheint demjenigen Siegfried←151 | 152→ Grosses entgegenzulaufen,...

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