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Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

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Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

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Gerhard Plumpe – Systemtheorie der Literatur

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Gerhard Plumpe wurde am 22. April 1946 in Bielefeld geboren. Nach seinem Studium der Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Soziologie in Bochum war er im Zeitraum von 1979 bis zu seiner Pensionierung im April des Jahres 2011 Hochschullehrer und Professor für Germanistik an der Ruhr-Universität. 1975 wurde er in Bochum mit einer von Paul Gerhard Klussmann betreuten Arbeit über Alfred Schuler (Alfred Schuler. Chaos und Neubeginn. Zur Funktion des Mythos in der Moderne; dargestellt am ›Kosmikerkreis‹. Berlin 1978) promoviert. 1986 erfolgte die Habilitation mit einer von Foucaults Diskursanalyse inspirierten Studie zur Fotografie in der Epoche des Realismus (Der tote Blick. München 1990). Nachdem er seine Lehrtätigkeit an der Ruhr-Universität beendet hatte, war er ein Jahr als Professor der Germanistik an der Universität Siegen tätig.

Schon während seiner Studentenzeit, wie Gerhard Plumpe in einem Interview äußerte, bestand sein Interesse an so genannten »kalten Theorien«1, zu denen er Denkansätze von Karl Marx, Max Weber, Niklas Luhmann und auch Michel Foucault zählte.2 In seiner Magisterprüfung beschäftigte er sich mit dem Konzept des Russischen Formalismus. Zieht man in Betracht, dass die ersten deutschen Übersetzungen der Texte der russischen Formalisten erst Ende der 1960er Jahre publiziert wurden, wird man leicht merken, dass es sich hier um ein völlig neues literaturwissenschaftliches Feld für die damalige Zeit handelte. Die an der Universität seinerzeit vorherrschende ›links‹ orientierte Forschung, die von der marxistischen Basis/Überbau-Theorie ausging, konnte Plumpe nicht...

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