Show Less
Restricted access

Literaturwissenschaftliche Aufbaujahre

Beiträge zur Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum – ein germanistikgeschichtliches Forschungsprojekt

Series:

Edited By Carsten Zelle

Der Band ist ein Beitrag zur Germanistikgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Er rekonstruiert die Gründung und Formation der Literaturwissenschaft am Germanistischen Institut der 1965 eröffneten Ruhr-Universität Bochum. Vorgestellt werden die ›Gründungsprofessoren‹ Ingrid Strohschneider-Kohrs – erste germanistische Lehrstuhlinhaberin der BRD –, Hans Joachim Schrimpf, Klaus Günther Just und Paul Gerhard Klussmann. Weitere Beiträge gelten der Bochumer Neugermanistik in der Studentenbewegung, ihrem Ausbau bis Mitte der 80er Jahre mit Komparatistik, Literaturdidaktik und Sozialgeschichte sowie prägenden Sammlungen und Institutionen. Verzeichnisse der Schriften, Lehrveranstaltungen und Doktoranden sowie maßstabsetzende Aufsätze der frühen Bochumer Neugermanisten werden dokumentiert.

Show Summary Details
Restricted access

Poesie und bürgerlicher Kulturanspruch. Die Kritik an der rhetorischen Gelegenheitspoesie in der frühbürgerlichen Literaturdiskussion

Extract



Vorbemerkung: Sebastian Brass

Mit »Poesie und bürgerlicher Kulturanspruch. Die Kritik an der rhetorischen Gelegenheitspoesie in der frühbürgerlichen Literaturdiskussion« wird im Folgenden ein Aufsatz Uwe-K. Ketelsens abgedruckt, der 1976 im renommierten Lessing Yearbook erschien: Bevor seine Thesen und seine Struktur knapp dargestellt werden und schließlich der Aufsatz für sich selbst sprechen soll, sind zunächst die Gründe für den Wiederabdruck ausgerechnet dieses Textes anzuführen.

Der Aufsatz ist – erstens – 1976, mithin zu Beginn der Laufbahn Ketelsens an der Ruhr-Universität, und zwar ein Jahr nach seiner Ernennung, erschienen und kann – wenn nicht als explizit programmatisch – so doch als implizit den Weg vorzeichnend gelesen werden. Diese am Beginn der Bochumer Laufbahn stehende Veröffentlichung repräsentiert nämlich – zweitens – gleich die Denomination der Professur: Der in der Denomination festgelegten sozialgeschichtlichen Betrachtungsweise kommt Ketelsen in dem Aufsatz deutlich nach. Wie genau Ketelsen die Gelegenheitspoesie der deutschen Frühaufklärung sozialgeschichtlich perspektiviert, wird hier noch zu erörtern sein. Festzuhalten bleibt darüber hinaus, dass Ketelsen sich – drittens – mit »Poesie und bürgerlicher Kulturanspruch« entschieden in eine sozialgeschichtliche Tradition einschreibt. Er referiert u.a. auf Werner Voßkamp1, der laut Claus-Michael Ort »[s]ystemtheoretische Wege« vom literarischen Text zu seinen sozialen Kontexten beschreitet und in seinen gattungssoziologischen Überlegungen von einer »Ko-Evolution« literarischer Semantik und sozialer Strukturen ausgeht.2 Ketelsen lobt das Voßkamp zugesprochene Verdienst, vorgeführt zu haben, »wie die Entstehung des Romans als←401 | 402→ einer Darstellungsform von Privatschicksalen der geschichtlichen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.