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Korruption: ein ungerechtfertigter Eingriff in internationale Menschenrechte?

Chancen und Grenzen einer opferbezogenen Korruptionsperspektive

Leonie Hensgen

Als alltägliches Phänomen vieler Menschen verlangt Korruption nach einer Perspektive, die über eine rein strafrechtliche Betrachtung hinausgeht. Dazu untersucht die Autorin, inwiefern Korruptionsdelikte Menschenrechtsverletzungen begründen. Doch auch wenn der korrupte Akt eine Beeinträchtigung individueller Rechte darstellt, ist eine Menschenrechtsverletzung in den meisten Fällen abzulehnen. Das Potential der Menschenrechte im Kampf gegen Korruption liegt aus Sicht der Autorin daher vor allem auf einer politisch-gesellschaftlichen Ebene. Sie statuiert, dass Betroffene korrupte Akte als eine Beeinträchtigung ihrer individuellen Rechte verstehen und als solche adressieren müssen, damit die Täter ihr Verhalten ändern.

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Einleitung

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„Let us be clear. Corruption kills!“ Mit diesen Worten eröffnet Navi Pillay, High Commissioner for Human Rights, im März 2013 die Debatte über die negativen Auswirkungen von Korruption auf die Menschenrechte im Menschenrechtsrat. In ihrem folgenden Statement führt sie den Diskussionsteilnehmern die Prägnanz der Thematik deutlich vor Augen: “The money stolen through corruption every year is enough to feed the world’s hungry 80 times over. Bribes and theft swell the total cost of projects to provide safe drinking water and sanitation around the world by as much as 40 per cent. It is reported that from 2000 to 2009, developing countries lost US $ 8.44 trillion to illicit financial flows, 10 times more than the foreign aid they received. There is no doubt that, in practical terms, corruption is an enormous obstacle to the realization of all human rights — civil, political, economic, social and cultural, as well as the right to development. Corruption hits the poor first and hardest. Corruption violates human rights; let us pool our thoughts and efforts together, and fight it as one.” 2 Das Phänomen der Korruption sowie Fragen der Korruptionsbekämpfungen sind seit den 90er-Jahren Thema der internationalen Debatte und als solches aus dieser nicht mehr wegzudenken. Mit dem Vormarsch der Good Governance Agenda, deren Forderungen nach Transparenz, Integrität und Accountability seither immer stärker an Prominenz gewinnen, begann man, die Hindernisse zu adressieren, die der Ver- wirklichung dieser Werte entgegenstehen.3 Die Weltbank deklarierte Korruption zu einem wirtschaftlichen Thema, wodurch...

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