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Korruption: ein ungerechtfertigter Eingriff in internationale Menschenrechte?

Chancen und Grenzen einer opferbezogenen Korruptionsperspektive

Leonie Hensgen

Als alltägliches Phänomen vieler Menschen verlangt Korruption nach einer Perspektive, die über eine rein strafrechtliche Betrachtung hinausgeht. Dazu untersucht die Autorin, inwiefern Korruptionsdelikte Menschenrechtsverletzungen begründen. Doch auch wenn der korrupte Akt eine Beeinträchtigung individueller Rechte darstellt, ist eine Menschenrechtsverletzung in den meisten Fällen abzulehnen. Das Potential der Menschenrechte im Kampf gegen Korruption liegt aus Sicht der Autorin daher vor allem auf einer politisch-gesellschaftlichen Ebene. Sie statuiert, dass Betroffene korrupte Akte als eine Beeinträchtigung ihrer individuellen Rechte verstehen und als solche adressieren müssen, damit die Täter ihr Verhalten ändern.

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Kapitel III

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„Bribery is a betrayal of trust. The notion of fidelity in offices, as old as Cicero, is inextricably bound to the concept of public interest distinct from private advantage. It is beyond debate that officials of the government are relied upon to act for the public interest not their own enrichment. When they take bribes they divide their loyalty and become traitors to the people.“120 Nicht nur die Bestechung, sondern jegliche Form von Korruption untergräbt das Vertrauen der Gesellschaft in den redlich handelnden Amtsträger und in einen im Interesse der Allgemeinheit agierenden Staat. Der auf einer allgemeinen Wahr- nehmung basierende Vertrauensverlust wird durch persönliche Erfahrungen mit Korruption verstärkt, wenn diese zum Alltag der Menschen gehören. Gewählte Volksvertreter stellen ihre privaten Interessen über diejenigen der Gesellschaft, und auch die Bürger beginnen, Korruption als den einzigen Weg zu verstehen, um ihre Interessen und Bedürfnisse durchzusetzen. Korruption kann im Alltag ablaufen. Niedrige Beamte missbrauchen im Kontakt zum Bürger ihre anvertraute Macht zur Erlangung eines privaten Vorteils.121 Bei solchen Formen der petty corruption weisen die geforderten oder gewährten Vor- teile einen vergleichsweise geringen materiellen Wert auf. Aufgrund der Häufigkeit kann sich die Summe, die der Bürger tragen muss, jedoch schnell summieren. Im Gegensatz dazu steht die grand corruption, in die Staatsoberhäupter, Minister und hohe Beamte involviert sind.122 Die Summen sind weitaus höher als in Fällen der petty corruption, die Häufigkeit jedoch meist geringer.123 Die vorliegende Arbeit orientiert...

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