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Phonologische Diversität - Wechselbeziehungen zwischen Phonologie, Morphologie und Syntax

Emmerich Kelih

Der Autor untersucht Wechselbeziehungen zwischen dem Phoneminventarumfang und phonologischen, morphologischen, syntaktischen und semantischen Eigenschaften. Der Phoneminventarumfang gilt als quantitativer Gradmesser für phonologische Komplexität. Diese hängt mit Fragen der Sprachökonomie, Kompensationstheorien und Selbstregulation sprachlicher Systeme zusammen. Nach einer kritischen Neubewertung derartiger Wechselbeziehungen plädiert er für eine statistische Modellierung, die konzeptuell auf synergetischen Sprachtheorien beruht. Die empirische Analyse slawischer Sprachen zeigt eine vorrangige Wirkung des Phoneminventarumfangs auf die phonologische Ebene selbst und eine multidirektionale Beeinflussung anderer sprachlicher Ebenen.

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5. Interagierende Eigenschaften: Phoneminventar – Wortlänge

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5. Interagierende Eigenschaften: Phoneminventar – Wortlänge

5.1 Einleitung

Das Phoneminventar konstituiert sich durch die Anzahl an Phonemen, die einem sprachlichen System zur Verfügung stehen. So tritt diese linguistische Eigenschaft bereits als ordinalskalierte Variable in Erscheinung und lässt sich als solche in ein quantitatives Modell integrieren. Hinsichtlich einer Vielzahl anderer mit dem Phoneminventar in Zusammenhang gebrachter Eigenschaften ist allerdings festzuhalten, dass die Stufe einer quantitativen Begriffsbildung noch nicht erreicht ist. Daher geht es in vielen Fällen erst einmal um das Sondieren von Faktoren und Eigenschaften.

In der Regel erfolgt zunächst ein Rückgriff auf qualitative bzw. kategoriale Begriffe, da die Möglichkeiten und Probleme der Metrisierung aller bisher aufgelisteter Einflussfaktoren nicht geleistet werden kann. Insbesondere zeigte sich das Problem im Zusammenhang mit suprasegmentalen Eigenschaften, die beispielhaft anhand des ausgewählten Merkmals Akzent bzw. Akzentstruktur besprochen wurden. Es stellte sich heraus, dass oftmals selbst die qualitativen Merkmale und deren mögliche Interrelationen mit dem Phoneminventarumfang weitgehend ungeklärt sind, so dass sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Frage einer Quantifizierung bzw. Modellierung aller möglichen Wechselbeziehungen gar nicht stellt. Ähnliches gilt mit Ergänzungen auch für die Silben-, Morphem- und Wortstruktur bzw. für viele syntaktische bzw. semantische Eigenschaften sprachlicher Systeme.

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