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Phonologische Diversität - Wechselbeziehungen zwischen Phonologie, Morphologie und Syntax

Emmerich Kelih

Der Autor untersucht Wechselbeziehungen zwischen dem Phoneminventarumfang und phonologischen, morphologischen, syntaktischen und semantischen Eigenschaften. Der Phoneminventarumfang gilt als quantitativer Gradmesser für phonologische Komplexität. Diese hängt mit Fragen der Sprachökonomie, Kompensationstheorien und Selbstregulation sprachlicher Systeme zusammen. Nach einer kritischen Neubewertung derartiger Wechselbeziehungen plädiert er für eine statistische Modellierung, die konzeptuell auf synergetischen Sprachtheorien beruht. Die empirische Analyse slawischer Sprachen zeigt eine vorrangige Wirkung des Phoneminventarumfangs auf die phonologische Ebene selbst und eine multidirektionale Beeinflussung anderer sprachlicher Ebenen.

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6. Zusammenfassung und Perspektiven

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6. Zusammenfassung und Perspektiven

Die eingehende Beschäftigung mit der phonologischen Diversität und ihren unterschiedlichen Ausprägungen in den Sprachen der Welt zeigte eine Vielzahl von Wechselbeziehungen mit phonologischen Merkmalen, aber darüber hinaus auch mit morphologischen, syntaktischen und semantischen Eigenschaften auf. Schon Plank (1998: 223) stellte in seinem umfassenden Aufsatz The co-variation of phonology with morphology and syntax: A hopeful history zu einigen grundsätzlichen Problemen der holistischen Sprachtypologie im abschließenden Kapitel Chimera or vision in Bezug auf die Untersuchung der Ko-Varianz bzw. von Wechselbeziehungen treffend fest:

Over the last 250 or so years it has not been established that phonology co-varies with morphology and syntax. But then, it has not been established either that it does not.

Darin spiegelt sich die schwammige Ausgangsposition der oft auf Sand gebauten Ansätze einer Untersuchung von Phänomenen der Ko-Varianz bzw. der Wechselbeziehungen wider. Letztlich erweist sich in einem sprachlichen System ein jedes Merkmal mit einem anderen Merkmal in irgendeiner Weise verbunden. Das führt zu der Notwendigkeit einer Präzisierung und Schärfung der Begriffe Wechselbeziehung, Zusammenhang, Interrelation bzw. Ko-Varianz. Im gegebenen Zusammenhang wird dafür plädiert unter Wechselbeziehung eine bestimmte Art linearer bzw. nichtlinearer Abhängigkeit (im Sinne einer mathematisch modellierbaren Beziehung) zu verstehen. Zwei Merkmale unterliegen durch eine gegenseitig bedingte proportionale Veränderungsrate der gegenseitigen Regulation. Diese Interpretation impliziert die Transformation qualitativer linguistischer Begriffe in quantitativ erfassbare Merkmale. Die Untersuchung der phonologischen Diversität wird...

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