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Geschichte der Wald- und Forstgesetzgebung im Bundesland Schleswig-Holstein

Unter Einbeziehung der Entwürfe zu einem Reichsforstgesetz von 1940/42 und der Entstehung des Bundeswaldgesetzes von 1975

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Daniel Bischof

Der Autor behandelt die Entstehung der Wald- und Forstgesetzgebung Schleswig-Holsteins seit dem 17./18. Jahrhundert, ausgehend von den Holz- und Forstordnungen der Herzogtümer Schleswig und Holstein bis in die Zeit der modernen Waldgesetzgebung des Landes Schleswig-Holstein. Daneben untersucht er die reichs- bzw. bundesrechtlichen Entwicklungen auf dem Gebiet des Forstrechts, insbesondere die Entwürfe zu einem Reichsforstgesetz von 1940 und 1942 sowie die Entstehung des Bundeswaldgesetzes von 1975. Hierfür hat der Autor unveröffentlichte Materialien aus Archivbeständen, parlamentarische Quellen sowie die veröffentlichte Literatur ausgewertet. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Regelung des Waldbetretungsrechts und die Gesetzgebungszuständigkeit von Bund und Ländern auf dem Gebiet der Wald- und Forstgesetzgebung.

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Dritter Teil: Wald- und Forstgesetzgebung im Bundesland Schleswig-Holstein (1945–1971)

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Dritter Teil:  Wald- und Forstgesetzgebung im Bundesland Schleswig-Holstein (1945–1971)

Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet. Seine verheerenden Folgen führten in Schleswig-Holstein zu einer Notzeit ungeahnter Dimensionen. Seit Ende 1944 strömten hunderttausende Flüchtlinge und Vertriebene aus Danzig, Pommern und Schlesien ins Land, deren Anzahl sich durch die Abtretung der Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie an Polen nach dem Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 noch vermehrte. Hinzu kamen internierte Militärangehörige und über 100.000 sogenannte „Displaced Persons“.600 Bis 1950 wuchs die Gesamtbevölkerung in Schleswig-Holstein auf 2.680.510 Menschen, was gegenüber 1939 (Stand 17. Mai 1939 = 1.588.994) eine Zunahme von fast 70 % bedeutete.601 Aus dieser massiven Bevölkerungszunahme entstanden weitreichende Probleme, die sich insbesondere in dem bestehenden Mangel an Nahrung, Wohnraum, Kleidung und Brennstoffen widerspiegelten.602 Erst als 1948/49 allmählich eine politische und wirtschaftliche Festigung stattfand, konnten die aus dem Zusammenbruch entstandenen Missstände langsam behoben werden.603

Bei der Aufteilung Deutschlands im Jahr 1945 wurde die preußische Provinz Schleswig-Holstein der Britischen Besatzungszone zugeschlagen und unterstand fortan der gesetzgebenden Gewalt der britischen Militärregierung. Die Geburtsstunde des Landes Schleswig-Holstein wurde mit der Verordnung Nr. 46604 der britischen Militärregierung vom 23. August 1946 eingeläutet, mit der die Provinzen des Landes Preußen in der Britischen Zone aufgelöst wurden und Schleswig-Holstein als selbstständiges Land neu gebildet wurde. Mit dem Gesetz Nr. 46605 des...

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