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Die Steuerung von Liquiditätsrisiken im Aktienrecht und Bankaufsichtsrecht

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Julius Brandt

Die Studie schließt eine Forschungslücke, indem sie umfassend die aktienrechtlichen Risikomanagementpflichten von Vorstand und Aufsichtsrat im Umgang mit Liquiditätsrisiken untersucht. Sie umfasst auch die aktienrechtlichen Pflichten bei einer Delegation von liquiditätsrisikobehafteten Geschäftsaktivitäten und -prozessen. Ausgangspunkt ist die Rechtsprechung, die im Nachgang zur Finanzkrise der Jahre 2007–2009 ergangen ist. Im Weiteren geht der Autor den Fragen nach, ob, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang die bankaufsichtsrechtlichen Regelungen zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit von Kreditinstituten «de lege lata» eine Schrittmacherrolle bzw. eine Ausstrahlungswirkung für den aktienrechtlichen Pflichtenrahmen außerhalb des Bankensektors haben.

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B. Die Steuerung von Liquiditätsrisiken in der Betriebswirtschaft

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B.   Die Steuerung von Liquiditätsrisiken in der Betriebswirtschaft

I.    Das Liquiditätsrisiko

1.    Begriff und Bedeutung der Liquidität für das Unternehmen

Der Begriff der Liquidität wird in der Betriebswirtschaftslehre in vier unterschiedlichen Ausprägungen verwendet.4 Liquidität wird zunächst als positiver Zahlungsmittelbestand, d. h. als Guthaben von Zahlungsmitteln (in der Regel in der Form von Bar- oder Giralgeld) verstanden. Weiterhin kann Liquidität im Sinne von Liquidierbarkeit eines Vermögensgegenstandes verstanden werden und bezeichnet damit die sogenannte Geldnähe eines Vermögensgegenstandes.5 Zudem wird Liquidität als das Deckungsverhältnis von Vermögenspositionen zu kurzfristigen Verbindlichkeiten verstanden, das in verschiedenen Verhältniskennzahlen, den sog. Liquiditätsgraden ausgedrückt wird. Für die vorliegende Fragestellung steht die sogenannte relative Liquidität als die Fähigkeit eines Unternehmens, fällige Zahlungsverbindlichkeiten termingerecht und uneingeschränkt erfüllen zu können,6 im Mittelpunkt des Interesses. Denn in dieser Bedeutung stellt Liquidität den Zusammenhang zwischen dem Bedarf an Mitteln und den zur Deckung zur Verfügung stehenden Mitteln her. Liquidität ist somit als Zahlungsfähigkeit zu verstehen. Wird diese Definition um den Zusatz erweitert, dass die Zahlungsfähigkeit unter der Voraussetzung gewährleistet sein muss, dass der reibungslose Ablauf des betrieblichen Leistungsbereiches nicht gestört wird (z. B. durch Erfüllung von Verbindlichkeiten durch Notverkäufe von Maschinen), so nennt man dies „finanzielles Gleichgewicht“7.

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