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Die Schriftstellerin Zhang Ailing und ihre Studien und Kommentare zum Roman «Der Traum der roten Kammer»

Hangkun Strian

Der Traum der roten Kammer (Hongloumeng) gehört zu den vier Klassikern der chinesischen Literatur und ist heute noch ein lebendiger Bestandteil der chinesischen Kultur. Seit seiner Veröffentlichung im 18. Jahrhundert haben sich Wissenschaftler aus China und der ganzen Welt mit diesem Werk beschäftigt.

Dieses Buch thematisiert die intensive Auseinandersetzung der chinesischen Schriftstellerin Zhang Ailing mit dem Klassiker in ihrem Spätwerk Albtraum der roten Kammer (Hongloumengyan). Mithilfe der Theorien der écriture féminine, des Poststrukturalismus und der kulturellen Identität diskutiert die Untersuchung, ob Zhang Ailings Analyse die ungelösten Fragen der Hongloumeng-Forschung beantworten kann.

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6. Cao Xueqins Restentwurf und sein Originalende aus dem Blickwinkel von Zhang Ailings „weiblichem Schreiben“

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In allen vollständigen Ausgaben des Traums der roten Kammer, wie dem Entwurf des Traums und den Cheng-Gao-Ausgaben, werden nur die ersten 80 Kapitel aufgrund ihrer Übereinstimmung mit den Zhiyanzhai-Texten als Originaltext von Cao Xueqin identifiziert. Dies ist bis heute allgemein anerkannt. Zhang Ailing identifiziert im ersten Teil des Albtraums den Autor der 40 Kapitel umfassenden Fortsetzung weder als Cao Xueqin noch als Gao E, sondern als jemanden mit Mandschu-Abstammung, der seine ethnische Überlegenheit durchschimmern lässt. Aber wie verhält es sich mit den letzten zwanzig bis dreißig Kapiteln des 100 Kapitel umfassenden Traums der roten Kammer, der allein aus Cao Xueqins Feder stammen soll und welcher Grundlage für Manuskript X ist?640 Um die Frage nach Cao Xueqins Restentwurf zu beantworten, analysiert Zhang Ailing die verschiedenen Abschlüsse der Manuskripte. Dabei legt sie den Schwerpunkt auf die Schicksale der weiblichen Individuen im Garten der großen Anschaulichkeit.

Seltsamerweise hat Zhang Ailing nur geringes Interesse an den beiden Protagonistinnen Baochai und Daiyu, die beide aus Adelsfamilien stammen. Baochai entspricht einem vollkommenen weiblichen Ideal im Sinne der patriarchalen Sittenlehre, während Daiyu eine charmante, raffinierte und reizende Provokateurin ist und wegen ihres potenziellen „Anti-Feudalismus“ in der sozialistischen Literaturkritik der V. R. China besonders bewundert wurde. Zhang Ailing erwähnt nur, dass die beiden Figuren zwei Seiten eines Idealbildes seien, das in der Wunschvorstellung vieler Männer, wie z. B. von Zhiyanzhai, am besten in einer einzigen perfekten Figur vereint wäre.641 Ein Argument f...

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