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Komplexe sprachliche Strukturen in der Jugendliteratur

Aufgezeigt an Beispielen preisgekrönter Werke der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises

Rita Zellerhoff

Das Buch untersucht die sprachliche Komplexität preisgekrönter Kinder- und Jugendliteratur. Diese weist sprachlich komplexe Formen auf, wie sie früher nur in Werken der Erwachsenenliteratur zu finden waren. Damit die Heranwachsenden die für sie bestimmten Schriften gewinnbringend nutzen können, müssen sie also über eine literarische Bildung auf hohem Niveau verfügen. In der Bildungspolitik vorhandene Tendenzen zur Vereinfachung von Sprache werden vor diesem Hintergrund kritisch beleuchtet.

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III. Kommunikation über Jugendliteratur

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III. Kommunikation über Jugendliteratur

Sich in Sprache über die aktuelle Jugendliteratur austauschen zu können, ist für mich ein intellektuelles Vergnügen. Die Kinderromane des neuen Jahrtausend bieten nach Evers eine moderne Textstruktur an, wie

„… die Ich-Erzählung. das personale Erzählen, den inneren Monolog, die erlebte Rede oder den wiederholten Wechsel des Erzählstandortes, Formen also, die bis dahin dem Roman für Erwachsene vorbehalten waren (Payrhuber, 45).

Die erlebte Rede ist eine Mischung aus direkter und indirekter Rede, in der jemand seine Gedanken in den Erzählstrom einbindet (3. Person, Indikativ Präteritum). Hingegen werden im inneren Monolog unmittelbare Gedanken geäußert (1. Person, Sg. Präsens) (vgl. Köhnen, 2011). Regina Hoffmann gibt einen differenzierten Überblick über verschiedene Formen der Präsentation von äußerer und innerer Figurenrede, auf die ich mich im Folgenden beziehe:

Die distanzierteste Form ist die erzählte Rede, in welcher der Erzähler die Rede oder die Gedanken einer Figur in seiner eigenen Sprache zusammenfasst. Die „transponierte Rede“, die eine indirekte Rede- oder Gedankenwiedergabe darstellt, zeichnet sich dadurch aus, dass zumeist in Form von indirekter und erlebter Rede eine Vermischung von Erzähler- und Figurenrede stattfindet. Sie ist prinzipiell in der Lage, alles Gesagte wiederzugeben, allerdings kann man nicht sicher sein, wie die wirklich gesprochene Rede gelautet hat, so wie das bei der zitierten Rede der Fall ist, die neben der Tonbandaufnahme die unmittelbarste Wiedergabe darstellt (vgl. Hoffmann, R., 2010).

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