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Komplexe sprachliche Strukturen in der Jugendliteratur

Aufgezeigt an Beispielen preisgekrönter Werke der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises

Rita Zellerhoff

Das Buch untersucht die sprachliche Komplexität preisgekrönter Kinder- und Jugendliteratur. Diese weist sprachlich komplexe Formen auf, wie sie früher nur in Werken der Erwachsenenliteratur zu finden waren. Damit die Heranwachsenden die für sie bestimmten Schriften gewinnbringend nutzen können, müssen sie also über eine literarische Bildung auf hohem Niveau verfügen. In der Bildungspolitik vorhandene Tendenzen zur Vereinfachung von Sprache werden vor diesem Hintergrund kritisch beleuchtet.

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V. Fazit

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V. Fazit

Die Untersuchung der hier besprochenen preisgekrönten Bücher hat bestätigt, dass die Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises Jugendromane ausgewählt hat, die neue Formen und Techniken des Schreibens verwenden, wie sie vor allem in der Erwachsenenliteratur zu finden sind. Die Themen sind anspruchsvoll und nicht nur für Jugendliche von Interesse. Durchgängig wurden problemhaltige Lebenslagen besprochen, wie geistige und physische Behinderung, Krankheit, Ausgrenzung, Flucht und Verfolgung.

Aus der Reihe der preisgekrönten Bücher wurden je zwei Bücher des gleichen Genres ausgewählt: Adoleszenzromane, problemhaltige Jugendromane und phantastische Romane, wobei die Genregrenzen sich teilweise überlagerten. Bei den Protagnisten überwog das männliche Geschlecht mit vier zu zwei. Allerdings kamen in den zum Teil montageartigen Romanen durch moderne Redeformen auch die Innenansichten der Gegenspieler zum Tragen.

Im einzelnen wurde die sprachliche Komplexität auf der Ebene der Semantik und des Lexikons einschließlich metaphorischer Wendungen und ideosynkratischer Wortschöpfungen betrachtet. Syntax, Morphologie und Satzsemantik wurden untersucht und in ihrer Funktion der Figurenbeschreibung dargestellt. Ein bedeutender Aspekt war die Sprachverwendung. In mehreren Romanen wurde die Sprachverweigerung bis hin zur Kontaktvermeidung im Mobbing angesprochen. In dem Roman von Klaus Kordon: Das Krokodil im Nacken ging es ferner um die totale sprachliche Isolation, die als sprachliche Gewalt angeprangert wurde. Hier wurde auch die Frage der Manipulation durch Framing aufgeworfen. Im Roman von Patrick Ness: Sieben Minuten nach Mitternacht←121 | 122→ lag der Schwerpunkt auf der Besprechung der Korrespondenz von Text- und Bildsemantik.

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