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«Die Zauberflöte» und das «Populare»

Eine kleine Mediologie der Unterhaltungskunst

Ralph Köhnen

Das Libretto der «Zauberflöte» bildet ein komplexes Netzwerk aufklärerischer Diskurse. Themen wie Humanität, Freimaurerei, ägyptische Mythologie, die Französische Revolution, künstlerische Raffinesse, Liebe sowie Formen der Herrschaft unterzieht der Autor einer mediologischen Analyse. Anhand der Oper stellt er den Beginn der kommerziellen Unterhaltungskunst dar und präsentiert die Strategien des Theaterunternehmers Schikaneder, den Publikumsgeschmack zu erobern und eine raffinierte Ästhetik der Illusionsbildung zu betreiben. So zeigt dieses Buch, dass das Erfolgsgeheimnis der Oper darin besteht, ein Hybrid aus Elementen des ‚Populären’, wie Mozart es bezeichnete, und der Hochkultur zu formen.

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Die Zauberflöte gehört nicht nur zu den berühmtesten Opern, vielmehr bildet ihr Libretto ein komplexes Netzwerk aufklärerischer Diskurse: Humanität, Freimaurerei, ägyptische Mythologie, die Französische Revolution, künstlerische Raffinesse, Liebe sowie Formen der Herrschaft sind Leitaspekte, die hier diskutiert werden. Die Forschung hat solche Fragen gut aufgearbeitet, und die wichtigsten Punkte werden hier gebündelt und diskutiert. Zwei Themen, die noch weniger bearbeitet sind, sollen dann im Fokus stehen: Zunächst eine Funktionsgeschichte der Theaterlebens insbesondere im Wien des 18. Jahrhunderts, die als Entwicklung kommerzieller Unterhaltungskunst dargestellt werden soll, welche wiederum im Kontext der Autonomisierung der Künste von aristokratischer Abhängigkeit steht. In diesem Prozess spielt der Theaterunternehmer Schikaneder eine wichtige Rolle, insofern er den Text am Publikumsgeschmack orientierte. Die Oper arbeitet mit einem Breitbandspektrum, bei dem Elemente des ‚Populare‘ (von dem auch Mozart sprach) mit der Hochkultur verschmolzen werden; dadurch kann sie diverse Publikumsschichten ansprechen. Damit will das Buch den Beginn der modernen Populärkultur zeigen.

Als zweites Themenfeld steht die Frage an, zu welchen Theaterpraktiken Schikaneder in der Absicht des kommerzialisierten Theaters griff und welche neue Ästhetik der Illusionsbühne daraus erwachsen konnte. Zusammen mit der Hybridbildung des Textes ist es die Bühne und deren Verbindung mit der Musik, die die Zauberflöte zu einem Gesamtkunstwerk macht und eine Einbildungswelt darstellt, die bahnbrechend und vorbildhaft geblieben ist noch für heutige Strategien von Theater, Film und Musical. ←5 | 6→

The Magic Flute is not just...

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