Show Less
Restricted access

Geschichtsdidaktik in der Diskussion

Grundlagen und Perspektiven

Series:

Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der Sammelband diskutiert Ausrichtung, zentrale Kategorien sowie Kontroversen der Geschichtsdidaktik. Auch wenn die Begriffe Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur und historisches Erzählen fest im Diskurs verankert sind, stehen sie wieder unter kritischer Inspektion. Mit den Kontroversen über Kompetenzmodelle historischen Denkens und Modellierungen historischen Wissens sowie den Debatten über „guten" Geschichtsunterricht oder das Verhältnis von Sprache und historischem Lernen sind weitere wichtige Diskussionsfelder hinzugekommen. Mit Blick auf diese Kategorien und Kontroversen ziehen die Beiträge des Buchs Bilanz, eröffnen neue Perspektiven und schlagen Brücken zu anderen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft.

Show Summary Details
Restricted access

Diskussionszusammenfassung zum Vortrag von Bernd Schönemann

Extract



Ist von einigen Vertretern der Geschichtsdidaktik zuletzt grundsätzliche Kritik am Begriff des Geschichtsbewusstseins und den damit verbundenen Theorien geübt worden,1 so zeigte sich im Rahmen der Diskussion ein breiter Konsens, was den Status des Geschichtsbewusstseins als Zentralkategorie der Geschichtsdidaktik betrifft.

Die Diskussion konzentrierte sich zunächst auf den Vergleich der unterschiedlichen Geschichtsbewusstseinstheorien, die Bernd Schönemann in seinem Vortrag vorgestellt hat, und dabei vor allem auf seinen Vorschlag zur Systematisierung derselben. Im Mittelpunkt stand die Frage, inwiefern sich die verschiedenen Theorien jeweils eindeutig als strukturanalytisch, funktionstypologisch oder genetisch klassifizieren lassen. Schönemann räumte ein, dass eine eindeutige Zuordnung in den meisten Fällen nicht möglich sei. So verwies er zum Beispiel darauf, dass die von ihm als strukturanalytisch beziehungsweise funktionstypologisch klassifizierten Theorien von Jeismann oder Rüsen durchaus auch genetische Anteile besäßen. Schließlich liege der Gedanke einer Unterscheidung verschiedener Entwicklungsstufen des Geschichtsbewusstseins sowohl der begrifflichen Differenzierung von (reflektiertem) Geschichtsbewusstsein, Geschichtsbild und Geschichtsverlangen2 und in stärkerem Maße noch der entwicklungslogischen Ordnung ← 63 | 64 → der Typen historischen Erzählens zu Grunde.3 Zudem verweise die von Rüsen vorgenommene Untergliederung der narrativen Kompetenz (verstanden als die fundamentale Kompetenz des Geschichtsbewusstseins) in Wahrnehmungs-, Deutungs- und Orientierungskompetenz auf die strukturanalytischen Anteile dieser Theorie.4 Die vorgeschlagene Systematisierung der verschiedenen Geschichtsbewusstseinstheorien, so stellte Schönemann zusammenfassend fest, verfolge entsprechend nicht das Ziel die strukturanalytischen, funktionstypologischen oder genetischen Anteile der einen oder anderen Theorie zu negieren, sondern solle vielmehr deutlich machen, welcher dieser Zugriffsweisen die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.