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Geschichtsdidaktik in der Diskussion

Grundlagen und Perspektiven

Series:

Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der Sammelband diskutiert Ausrichtung, zentrale Kategorien sowie Kontroversen der Geschichtsdidaktik. Auch wenn die Begriffe Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur und historisches Erzählen fest im Diskurs verankert sind, stehen sie wieder unter kritischer Inspektion. Mit den Kontroversen über Kompetenzmodelle historischen Denkens und Modellierungen historischen Wissens sowie den Debatten über „guten" Geschichtsunterricht oder das Verhältnis von Sprache und historischem Lernen sind weitere wichtige Diskussionsfelder hinzugekommen. Mit Blick auf diese Kategorien und Kontroversen ziehen die Beiträge des Buchs Bilanz, eröffnen neue Perspektiven und schlagen Brücken zu anderen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft.

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Diskussionszusammenfassung zum Vortrag von Martin Lücke

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Mit seinem Vortrag verfolgt Martin Lücke das Ziel der heuristischen Weiterentwicklung und Verknüpfung der Kategorie des Geschichtsbewusstseins mit einer zeitgemäßen Gesellschaftstheorie aus den Diversity- und Intersectionality Studies. Im Anschluss an seinen Vortrag entwickelte sich eine rege Diskussion über die Frage nach der „richtigen“ oder „geeigneten“ Gesellschaftstheorie, über die Wirkung geschichtsdidaktischer Theorie in der Praxis des Geschichtsunterrichts und über das Verhältnis von Politik und Wissenschaft.1

Im Auditorium ergab sich die Frage, ob es nicht gesellschaftstheoretische Modelle gebe, die auch der Kategorie Religion Rechnung trügen. Vorgeschlagen wurde als klassisches Modell „Wirtschaft, Kultur, Politik und Religion“, in das auch die Trias von „Race, Class, Gender“ eingeordnet werden könne. Lücke entgegnete, dass soziale Ungleichheiten mit der Trias von „Race, Class und Gender“ beschrieben werden können, andere Kategorien seien jedoch denkbar. Es müsse geklärt werden, was unter Religion zu verstehen sei. Ein Distinktionsmerkmal? Eine eigene soziale Kategorie? Dann würde Religion zu „Race, Class, Gender, Ability“ gehören. Religion könnte aber auch die symbolische Repräsentation einer Gesellschaft sein, in der sich sinnhafte Ordnungen zeigen. Man müsste, wenn man mit dem Modell des Referenten weiterdenkt, überlegen, Religion entweder als soziale Kategorie oder als Ort von Herrschaft zu fassen. In gegenwärtigen Debatten habe die Religion eine ethnisierende Funktion innerhalb der ← 87 | 88 → Gesellschaft erhalten, was beispielsweise an der Unterscheidung „Moslems und Deutsche“ in den öffentlichen Medien bzw. Talk-Shows zu erkennen sei. Die klassische Einteilung von „Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft“ sei...

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