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Geschichtsdidaktik in der Diskussion

Grundlagen und Perspektiven

Series:

Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der Sammelband diskutiert Ausrichtung, zentrale Kategorien sowie Kontroversen der Geschichtsdidaktik. Auch wenn die Begriffe Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur und historisches Erzählen fest im Diskurs verankert sind, stehen sie wieder unter kritischer Inspektion. Mit den Kontroversen über Kompetenzmodelle historischen Denkens und Modellierungen historischen Wissens sowie den Debatten über „guten" Geschichtsunterricht oder das Verhältnis von Sprache und historischem Lernen sind weitere wichtige Diskussionsfelder hinzugekommen. Mit Blick auf diese Kategorien und Kontroversen ziehen die Beiträge des Buchs Bilanz, eröffnen neue Perspektiven und schlagen Brücken zu anderen Teildisziplinen der Geschichtswissenschaft.

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Diskussionszusammenfassung zum Vortrag von Bea Lundt

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Die Mediävistin und Geschichtsdidaktikerin Bea Lundt referierte in einem aufschlussreichen Vortrag zum Verhältnis zwischen Fachwissenschaft und Geschichtsdidaktik. Am Beispiel des Mittelalters und dessen Potenzials für historisches Lernen fragte sie nach einem „globalen Mittelalter“, welches gesellschaftliche und historische Fragen der (Post-)Moderne beantworten könne. Besonders am Konzept des Fremdverstehens im Geschichtsunterricht entzündete sich die Diskussion. Lundts zentrale These lautet: Unser Bild der Moderne korrespondiert mit einem Mittelalterbild. Hierbei werde das Mittelalter als Folie für die Moderne genutzt, um eine Fortschrittsgeschichte zu erzählen. Dies sei ein Phänomen des nationalstaatlichen Denkens des 19. Jahrhunderts, welches durch seine eurozentristische Prägung den Dialog und die Entwicklung eines transkulturellen Geschichtsverständnisses verhindert. Ein fachwissenschaftlich und geschichtsdidaktisch adäquater Umgang mit dem Mittelalter könne dies ändern, da das globale Mittelalter geeignete Ansätze zum Verständnis unserer globalisierten Welt liefere.

In der regen Diskussion wurden mehrere Aspekte des Vortrags thematisiert. Lundt hatte in ihrem Vortrag auf die gestreiften Menschen der Ebstorfer Weltkarte hingewiesen und damit das Verständnis von ethnischen Gegensätzen im Mittelalter hinterfragt. In der Diskussion wurde angemerkt, dass die Ebstorfer Weltkarte ein christliches Weltbild zeige. Lundt argumentierte, dass die kontinentale Verteilung ein Bild des Mittelalters darstelle, welches ein systematisches Weltverständnis – ein globales Mittelalter abbilde.

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