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Sprachliche Strategien der Überzeugung

Metaphern des revolutionären Diskurses, dargestellt am Beispiel Olympe de Gouges’

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Isabelle Catherine Mensel

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Untersuchung der Metaphernprogramme der engagierten Autorin Olympe de Gouges (1748–1793). Diese Studie analysiert mit der Metapher eines der zentralen sprachlichen Mittel, die während des regen politischen Diskurses rund um die Französische Revolution bei der Vermittlung politisch-sozialer Programme eingesetzt wurden. Das Korpus basiert auf nicht-fiktionalen, für den Revolutionsdiskurs prototypischen Textsorten aus dem Zeitraum 1786–1793. Die Untersuchung kombiniert interaktionstheoretische, textfunktionale sowie pragmatisch-kognitive Ansätze und liefert Erkenntnisse zu vermittelten Inhalten, Funktionen und Wirkungen von Metaphern in politischen Texten.

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5 Zur Metapherndiskussion

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Metaphern119 werden in allen natürlichen Sprachen wie selbstverständlich verwendet. Sie sind ein geläufiger Teil des sprachlichen Alltags120. Darauf verweist auch Aristoteles, wenn er in seiner Rhetorik festhält: „[…] denn alle [scil. Menschen; I. M.] gebrauchen in der Unterredung Metaphern“ ([ed. 41993:170], Rhetorik). Im Volksmund dienen Metaphern der Charakterisierung, der Beschimpfung oder auch humoristischen Zwecken (Bachem 1979:50)121. Innerhalb der Lehre von den sprachlichen Ornamenten gilt die Metapher als wichtigste Figur. Sie „ist Mittel zur wirkungsvollen Rede, Bestandteil und Untersuchungsgegenstand der Rhetorik“ (Küster 1978:59)122. In literarischen Texten nimmt sie eine Schlüsselrolle ein (Stoffer-Heibel 1978; Althaus 1993; Marten-Cleef 1993; Sturtz 1993; Zimmermann 1993; Poppenhusen 2001). Eine ebenso herausragende Rolle spielt die Metapher in wissenschaftlichen Terminologien, Texten und Diskursen (Scholz 1983; Czucka 1993; Martin 1993; Rhode-Dachser 1993; Biere/Liebert 1997; Göpfert 1997; Liebert 1997, 2005; Rohrer 1997; Wahrig-Schmidt 1997; Finke 2003; Stoschus 2005; Collombat/Demers 2006; Goschler 2007; Skirl/Schwarz-Friesel 22013:39ss.; Schwarz 32008:67) sowie generell in fachsprachlichen Texten und Diskursen (Pytelka 1971; Henderson 1982; Stegu 1986; Beneke 1988; Hennet/Gil 1992; Spinnen 1993; Zillig 1993; Schmitt 1995; Biere 1997; Dobrovol’skij 1997; Alameda Nieto 1998; Ide 1998; Martínez González 1998; Michel 1998; Seewald 1998; Vega 1998; Schmitt 1999, 2006; Charteris-Black/Ennis 2001; Ohloff 2002; ← 55 | 56 → Cameron 2003; Collombat 2003; Drewer 2003; Vaghi/Venuti 2004; Koller 2006; Musolff 2007; Schwarz-Friesel (ed.) 2013).

Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts hat das Interesse an der Erforschung der Metapher kontinuierlich zugenommen, wie die umfangreichen Bibliographien...

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