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Die Bedeutung der Religionswissenschaft und ihrer Subdisziplinen als Bezugswissenschaften für die Theologie

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Rauf Ceylan and Coşkun Sağlam

Die Religionswissenschaft mit ihren beiden Subdisziplinen Religionssoziologie und Religionspsychologie hat als sogenannte „Außenperspektive" wichtige Forschungsbeiträge für die „Innenperspektive" der christlichen Theologien geliefert. Einen Konflikt stellte dabei immer wieder der Disput über die Festlegung von (wissenschafts-)theoretischen und methodischen Grenzen zwischen den beiden Disziplinen dar. Die Frage der Bedeutung dieser Bezugswissenschaften sowie die Verhältnisbestimmung ist auch für die junge Disziplin Islamische Theologie relevant, wurde jedoch bisher kaum thematisiert. In diesem Band wird die Frage mit führenden Experten aus Theologie, Religionspsychologie und Religionssoziologie erörtert. Für die Zukunft der Islamischen Theologie in Deutschland wird es wichtig sein, sich konstruktiv mit der Religionswissenschaft auseinanderzusetzen. Für die Religionswissenschaft dagegen eröffnen sich neue Forschungsperspektiven.

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Einleitung. Zwei Disziplinen, ein Forschungsgegenstand – Die Reaktualisierung der Frage hinsichtlich des Verhältnisses von Religionswissenschaft und Theologie im Kontext der Institute für Islamische Theologie

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Rauf Ceylan und Coşkun Sağlam

Einleitung Zwei Disziplinen, ein Forschungsgegenstand – Die Reaktualisierung der Frage hinsichtlich des Verhältnisses von Religionswissenschaft und Theologie im Kontext der Institute für Islamische Theologie

Mit der Gründung der Institute für Islamische Theologie hat sich in Deutschland eine neue akademische Disziplin in relativ kurzer Zeit etabliert, die nicht nur eine neue Forschungsperspektive zur Religion des Islam bietet, sondern auch neue interdisziplinäre Kooperationsmöglichkeiten schafft. In diesem Zusammenhang haben sich an den Standorten Münster-Osnabrück, Frankfurt-Gießen, Erlangen-Nürnberg und Tübingen islamisch-christliche Forschungsfragen und -projekte entwickelt, um sowohl das Verhältnis der beiden Disziplinen zueinander als auch gsemeinsame theologische Fragen anzugehen. Nicht nur das, sondern bereits lange vor den Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Gründung von Zentren für Islamische Theologie haben zum Teil wie in Osnabrück christliche Professoren/innen am strukturellen Aufbau der Institute gewirkt. Heute können alle Standorte für Islamische Theologie auf gut funktionierende interreligiöse Netzwerke innerhalb der jeweiligen Universitäten blicken. In Form von gemeinsamen Tagungen, Projekten und Publikationen werden zahlreiche historische und gegenwartsbezogene Fragen behandelt. Ein zentraler Diskussionspunkt ist dabei die Diskussion um das Selbstverständnis der beiden Theologien sowie um ihre Legitimation an den Universitäten im 21. Jahrhundert, vor allem im Kontext von Säkularisierungsprozessen. Mit dieser Legitimationsfrage werden sich beide Theologien auch in Zukunft auseinandersetzen müssen.

In den innerislamischen Diskursen – die in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt – hat...

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