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Die Bedeutung der Religionswissenschaft und ihrer Subdisziplinen als Bezugswissenschaften für die Theologie

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Edited By Rauf Ceylan and Coşkun Sağlam

Die Religionswissenschaft mit ihren beiden Subdisziplinen Religionssoziologie und Religionspsychologie hat als sogenannte „Außenperspektive" wichtige Forschungsbeiträge für die „Innenperspektive" der christlichen Theologien geliefert. Einen Konflikt stellte dabei immer wieder der Disput über die Festlegung von (wissenschafts-)theoretischen und methodischen Grenzen zwischen den beiden Disziplinen dar. Die Frage der Bedeutung dieser Bezugswissenschaften sowie die Verhältnisbestimmung ist auch für die junge Disziplin Islamische Theologie relevant, wurde jedoch bisher kaum thematisiert. In diesem Band wird die Frage mit führenden Experten aus Theologie, Religionspsychologie und Religionssoziologie erörtert. Für die Zukunft der Islamischen Theologie in Deutschland wird es wichtig sein, sich konstruktiv mit der Religionswissenschaft auseinanderzusetzen. Für die Religionswissenschaft dagegen eröffnen sich neue Forschungsperspektiven.

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Theologie und Religionswissenschaft – Gemeinsamkeiten und Differenzen? Das Problem der Verhältnisbestimmung im deutsch(sprachig)en Kontext

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Abstract While outsider perspective, methodological agnosticism and the adoption of a neutral stance seem to intrinsically demarcate the difference between Religious Studies and Theology, the article argues that these features should be considered properties deriving from distinct threads of knowledge-constituting interest reified in divergent cumulative traditions of academic discourses and institutions.

1. Entfaltungen

1.1 Christliche Theologie – Anmerkungen zum geschichtlichen Herkommen

Theologie als akademisches Fach ist zutiefst in der abendländischen Kultur- und Geistesgeschichte verankert. Damit ist allerdings kein monolithischer oder geschlossener Referenzrahmen postuliert, denn Pluralität, Diversität, Wandel und Transkulturation gehören zur Signatur des historischen Werdens „des“ Abendlandes. Dies wird bereits mit Blick auf die konzeptionelle Breite von „Theologie“ deutlich: Von der Antike her trägt Theologie das Element des Diskursiven in dem Sinne in sich, dass es als „mythologisches Projekt“ auf das Erzählen von Göttergeschichten fokussiert war. Mit der griechischen Philosophie zieht jedoch insofern die Dimension des Metaphysischen ein, als die Referenz auf ein – je nachdem: jenseits oder hinter der Natur, oder aber auch in ihrer Eigentlichkeit liegendes – essentielles Prinzip grundlegend wird. In der denkerischen und begrifflichen Auseinandersetzung mit diesen Traditionen hat sich dann die – zunächst auf das Gottesverständnis und Gottes Handeln gegenüber den Menschen, seine „Ökonomie“, bezogene – christliche Theologie konstituiert.

Mit der allmählichen Durchsetzung christlicher Hegemonie trat die Theologie aus der Defensive apologetischer Gegenwehr angesichts (religions)politischer, insbesondere aber philosophischer Religionskritik. Nun ← 51 | 52 → rückte nach und nach der...

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