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Die Bedeutung der Religionswissenschaft und ihrer Subdisziplinen als Bezugswissenschaften für die Theologie

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Edited By Rauf Ceylan and Coşkun Sağlam

Die Religionswissenschaft mit ihren beiden Subdisziplinen Religionssoziologie und Religionspsychologie hat als sogenannte „Außenperspektive" wichtige Forschungsbeiträge für die „Innenperspektive" der christlichen Theologien geliefert. Einen Konflikt stellte dabei immer wieder der Disput über die Festlegung von (wissenschafts-)theoretischen und methodischen Grenzen zwischen den beiden Disziplinen dar. Die Frage der Bedeutung dieser Bezugswissenschaften sowie die Verhältnisbestimmung ist auch für die junge Disziplin Islamische Theologie relevant, wurde jedoch bisher kaum thematisiert. In diesem Band wird die Frage mit führenden Experten aus Theologie, Religionspsychologie und Religionssoziologie erörtert. Für die Zukunft der Islamischen Theologie in Deutschland wird es wichtig sein, sich konstruktiv mit der Religionswissenschaft auseinanderzusetzen. Für die Religionswissenschaft dagegen eröffnen sich neue Forschungsperspektiven.

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Ist hier noch frei? Der Ort der Islamischen Theologie als Wissenschaft – systemtheoretisch bestimmt

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Abstract According to material, temporal, social and formal questions in science can be differentiated into four fields of research. This scheme is used to locate and relate the subdisciplines of Islamic Theology and Religious Studies. From a systemtheoretical point of view Religious Studies have to outsource some of their selfreferential formal problems into theology.

1. Persönliche Vorbemerkung

Wer als Anhänger einer Religion seine Religion erforscht, entwickelt zwangsläufig einen intellektuellen Zwiespalt. Sobald Studenten erfahren, dass ich nebenberuflich als katholischer Diakon in Gemeinden predige, wollen sie wissen, wie ich den Spagat zwischen historisch-kritischer Erforschung und traditional-spiritueller Betrachtung hinbekomme. Am Werktag behandle ich das Neue Testament als lose Sammlung aus antiken Textcollagen in simplem Griechisch; am Sonntag setze ich voraus, dass es das Wort Gottes ist. Am Werktag erkläre ich die Entstehung des Dogmas von der Zweinatur Christi aus dem Machtspiel von byzantinischem Kaiserhof, philosophischen Schulen und Bischöfen; am Sonntag setze ich voraus, dass Christus zugleich menschlich und göttlich ist. Ich kann versuchen, den Widerspruch aufzulösen, indem ich entweder das kirchlich-kaiserliche Machtspiel als einen von göttlicher Vorsehung gelenkten Vorgang theologisch interpretiere (Sonntag) oder die fromme Predigt über den Gottmenschen als Beitrag zur Unsicherheitsabsorption von gewissheitsbedürftigen Menschen (Werktag) religionswissenschaftlich rationalisiere. Faktisch trenne ich die beiden Perspektiven zeitlich: am Werktag forschen, am Sonntag predigen. Aber der persönliche Glaube und die öffentliche Glaubwürdigkeit bleiben nicht unangetastet, weil sich der Theologe und seine Beobachter unweigerlich die Frage stellen, ob der...

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