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Der Islamische Staat – Zwischen Terrorismus, Guerilla und Staatlichkeit

Eine systematisch-kritische Studie zum Forschungsstand

Kevin Horbach

Ist der Islamische Staat (IS) ein Terrornetzwerk, eine Guerillaorganisation oder doch ein Staat? Dieses Buch beantwortet die Frage, indem es hinter die Fassade des Kalifats blickt: Es zeigt auf, wer die Entscheidungsträger des IS sind und nach welcher Ideologie und Strategie sie denken und handeln. Zudem betrachtet es den Aufbau der Organisationsstruktur und der transnationalen Vernetzung. Auf Grundlage der Ergebnisse diskutiert diese Studie am Ende ebenfalls potentielle Gegenmaßnahmen.

Durch eine systematisch-kritische Analyse und Auswertung der wichtigsten Fachliteratur zum IS filtert dieses Werk die zuverlässigen Informationen über den Akteur heraus, sodass am Ende ein umfangreiches Gesamtbild präsentiert wird. Vor dem Hintergrund der Terrorismusforschung verortet die Studie den IS als einen Hybrid aus Terror-und Guerillaorganisation.

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3. Ideologie – zwischen Religiösem Extremismus und Politischem Opportunismus

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3.  Ideologie – zwischen Religiösem Extremismus und Politischem Opportunismus

Als erstes widmet sich diese Studie der Untersuchung der Fallliteratur auf eine mögliche Ideologie des IS, welche Grundlage von Struktur und Handlungsmuster sein kann. Wenn eine Ideologie erkannt werden kann, nach der strikt gehandelt wird, kann man das Handeln des IS voraussagen. Wie Wood (2015) anmerkte, wäre auch das Kalifat vorherzusehen gewesen, da sich Baghdadi schon 2011 mit dem Titel „Kommandeur der Gläubigen“, einem Kalifentitel, schmückte. Es ist ebenso wichtig zu versuchen eine Ideologie zu erkennen, da die Literatur zunächst uneinig über die Akteure des IS und ihre Absichten erscheint: „Von gottlosen Opportunisten, über Kriegsprofiteuren über pragmatische Stammeskämpfer bis hin zu verpflichteten Takfiris“ (Weiss, Hassan 2015: 153).

3.1  Religiöser Extremismus

Die Ideologie, die ein Großteil der Fachliteratur identifiziert, wirkt strategisch geplant und trotz einiger Schwächen in sich konsistent. Die größte identifizierte Schwäche sei, so viele Autoren, dass die islamisch angehauchte Ideologie des IS keiner konkreten Schule oder Richtung des Islams folge und eine kontinuierliche Neuinterpretation der Scharia zur Rechtfertigung jedweden Handelns zum Markenzeichen habe (vgl. Barrett 2014: 7; Khatib 2015: 14f.; Weiss, Hassan 2015: 155). Trotz dieser Schwäche wirke die IS-eigene Interpretation des Islams selbst auf Feinde und Opfer überzeugend, so Weiss und Hassan (2015: 156) und Barrett (2014: 9) weiter. Die Religion Islam als Grundlage der Ideologie diene dem IS als überzeugendes Werkzeug zur Indoktrinierung, Motivation und Legitimation...

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