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Der Islamische Staat – Zwischen Terrorismus, Guerilla und Staatlichkeit

Eine systematisch-kritische Studie zum Forschungsstand

Kevin Horbach

Ist der Islamische Staat (IS) ein Terrornetzwerk, eine Guerillaorganisation oder doch ein Staat? Dieses Buch beantwortet die Frage, indem es hinter die Fassade des Kalifats blickt: Es zeigt auf, wer die Entscheidungsträger des IS sind und nach welcher Ideologie und Strategie sie denken und handeln. Zudem betrachtet es den Aufbau der Organisationsstruktur und der transnationalen Vernetzung. Auf Grundlage der Ergebnisse diskutiert diese Studie am Ende ebenfalls potentielle Gegenmaßnahmen.

Durch eine systematisch-kritische Analyse und Auswertung der wichtigsten Fachliteratur zum IS filtert dieses Werk die zuverlässigen Informationen über den Akteur heraus, sodass am Ende ein umfangreiches Gesamtbild präsentiert wird. Vor dem Hintergrund der Terrorismusforschung verortet die Studie den IS als einen Hybrid aus Terror-und Guerillaorganisation.

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5. Handlungsform – von militärischer Strategie und ziviler Ordnung, Finanzen und Allianzen

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5.  Handlungsform – von militärischer Strategie und ziviler Ordnung, Finanzen und Allianzen

Um die Handlungsform des IS zu erklären, werden in der Fachliteratur viele passende Vergleiche gebracht, vom Handlungs- und Kommandomuster der Hisbollah und ihrer „Clear, hold, build-Strategie“ (Barrett 2014: 37), über die Taliban (Khatib 2015: 3), bis hin zu einer maoistischen Guerilla-Organisation (Lister 2015: 51). Trotz dieser simplifizierenden Vergleiche lässt sich eine übergeordnete Strategie in der Handlungsform des IS als verlässlich ausmachen: In einem ersten Schritt wird bestehendes Chaos, zum Beispiel konfessionelle Spannungen, soweit angeheizt und gefördert, dass es im zweiten Schritt nur einen gezielten militärischen Schlag braucht, um sich den Sieg zu sichern. Im finalen dritten Schritt präsentiert sich der IS im Anschluss an den Sieg als Stabilitäts- und Ordnungsbringer (vgl. Hashim 2015: 9; Khatib 2015: 8; Lister 2015: 31f.; Said 2014: 66).

Der IS versucht, in der zum Teil selbst geschaffenen Gunst der Stunde, den Status quo in der Region durch eine neue Ordnung zu ersetzen. Diese neue Ordnung ist nicht identifizierbar als Islamischer Staat, welcher schon von vielen anderen Gruppen zuvor, in anderen Regionen der Welt, errichtet oder zu errichten versucht wurde. Vielmehr ist die neue Ordnung des IS eine neue Form von Governance, mit einem eigens ausgearbeiteten, zentralen Handlungsmodell: Herrschaft durch totale Überwachung und Kontrolle sowie einer Brutalität, die ihresgleichen sucht (vgl. Al-´Ubaydi et al. 2014: 27ff.; Holger Marcks in Biene, Schmetz 2015: 25; Khatib 2015: 6ff.; Reuter...

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