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Der unbekannte Erbe

Professionelle Erbenermittlung in Deutschland und grenzüberschreitend am Beispiel der Russischen Föderation

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Anastasia Schreiber

Gegenstand der Untersuchung ist die rechtliche Aufarbeitung der professionellen Erbenermittlung in Deutschland und in Russland. Professionelle Erbenermittler werden tätig, wenn Unklarheit über die Person oder den Aufenthalt des Erben besteht. Wird der Erbe gefunden, verlangt der Erbenermittler von ihm regelmäßig eine Gegenleistung für die Hergabe näherer Informationen und die Abwicklung des Erbfalls. Weigert sich der Erbe, einen Vertrag mit dem Ermittler abzuschließen oder das Honorar zu entrichten, folgen daraus zahlreiche Rechtsprobleme. Diese werden komplex, wenn die Ermittlungen über die Grenze führen.

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§ 9 Gesamtergebnis

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Die Untersuchung verfolgte das Ziel, die Rechtsfragen aufzuarbeiten, die aus einer professionellen Erbenermittlung resultieren können. Ausgangspunkt war die Einschaltung eines deutschen Erbenermittlers nach einem in Deutschland eingetretenen Erbfall, bevor auf die Besonderheiten einzugehen war, die daraus hervorgehen können, dass die Spur den Erbenermittler über die bundesdeutschen Grenzen hinaus in die Russische Föderation führt.

Es hat sich gezeigt, dass die Einordnung der Rechtsverhältnisse davon abhängt, auf wessen Veranlassung der Ermittler seine Tätigkeit aufnimmt. So ist danach zu unterscheiden, ob er vom Nachlassgericht, vom Nachlasspfleger oder von den Miterben des unbekannten Erben eingeschaltet wird oder ob er die Suche auf Eigeninitiative betreibt. Wird der Erbenermittler durch das Nachlassgericht eingeschaltet, bestehen seine Honoraransprüche nur dann, wenn er zum Nachlasspfleger bestellt und seine Vergütung gerichtlich bewilligt wird. Diese richten sich dann gegen den Erben; die Vergütungshöhe ist vergleichsweise gering. Wenn die Tätigkeit auf eine Kontaktaufnahme seitens des Nachlasspflegers erfolgt, hat der Erbenermittler keinen schuldrechtlichen Zahlungsanspruch gegen den Nachlasspfleger. Ansprüche gegen die Miterben des unbekannten Erben, die den Erbenermittler um Hilfe bitten, können nur durch eine vertragliche Abrede über eine entgeltliche Geschäftsbesorgung mit diesen begründet werden. Das Gleiche gilt für Forderungen des Ermittlers gegen den gefundenen Erben. Allein für diese letzte Konstellation sind bislang höchstrichterliche Judikate ergangen, die allesamt nach deutschem Sachrecht entschieden worden sind.

Findet der Erbenermittler den gesuchten Erben nicht auf deutschem Staatsgebiet, sondern in der Russischen F...

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