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Völkische Bewegung zwischen Weser und Ems

Richard von Hoff und die Nordische Gesellschaft in Bremen und Nordwestdeutschland

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Matthias Loeber

Die Nordische Gesellschaft zählt zu den außergewöhnlichsten völkischen Organisationen der Zwischenkriegszeit. Seit 1933 war sie Teil des Alfred Rosenberg unterstehenden Außenpolitischen Amtes der NSDAP und erhielt offiziell den Auftrag, die nordische Rassenideologie zu fördern. Diese Studie ist eine Teilbiografie des einflussreichen nordwestdeutschen Protagonisten der Nordischen Gesellschaft: Richard von Hoff. Er war ab 1933 Bildungssenator in Bremen. Hoffs Agieren in der völkischen Bewegung, das in sein Engagement in der Nordischen Gesellschaft mündete und sich dort entfaltete, wird in dieser Studie erstmals ebenso präsentiert wie die regionalen Aktivitäten der Gesellschaft.

 

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3. Die Nordische Gesellschaft in Bremen und Nordwestdeutschland

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Im Fokus der Untersuchung des Zeitraums vor 1933 liegen die Territorien des Freistaates Oldenburg und der Freien Hansestadt Bremen, welche später im Nationalsozialismus den Kern des ‚Gau Weser-Ems‘ der NSDAP bildeten.

Bremen hatte seine stadtstaatliche Unabhängigkeit nach dem Ersten Weltkrieg wahren können. Nach der gewaltsamen Niederschlagung der kurzlebigen Räterepublik 1919 wurde die Hansestadt durch einen bürgerlichen Senat regiert.81 1925 zählte Bremen rund 339.000 Einwohner82. Handel und Schifffahrt waren traditionell wichtige Wirtschaftszweige. Die Werft „AG Weser“ war mit rund 7000 Beschäftigten das größte Industrieunternehmen der Stadt, die Wirtschaftspolitik konzentrierte sich auf die Häfen.83 Der Außenhandel hatte unter dem Ersten Weltkrieg erheblich gelitten. Große Teile der Handelsflotte mussten durch die Bestimmungen der Versailler Friedensverträge abgegeben werden. Aufgrund der unsicheren innenpolitischen Lage fuhren zudem nur wenige Schiffe Bremen an.84 So waren die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg durch Versuche der Neuorientierung geprägt. Schwarzwälder resümierte für das Jahr 1925:

„Bei der Seeschifffahrt war in den Bremer Häfen gegenüber 1913 zwar eine Zunahme der Tonnage um 25% zu verzeichnen, doch hatte der Güterumschlag dennoch stark abgenommen, d.h. Bremen war in Gefahr, seine alte Bedeutung als Umschlagplatz weitgehend zu verlieren; in Bremerhaven hatte auch der Schiffsverkehr selbst stark nachgelassen.“85

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