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Völkische Bewegung zwischen Weser und Ems

Richard von Hoff und die Nordische Gesellschaft in Bremen und Nordwestdeutschland

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Matthias Loeber

Die Nordische Gesellschaft zählt zu den außergewöhnlichsten völkischen Organisationen der Zwischenkriegszeit. Seit 1933 war sie Teil des Alfred Rosenberg unterstehenden Außenpolitischen Amtes der NSDAP und erhielt offiziell den Auftrag, die nordische Rassenideologie zu fördern. Diese Studie ist eine Teilbiografie des einflussreichen nordwestdeutschen Protagonisten der Nordischen Gesellschaft: Richard von Hoff. Er war ab 1933 Bildungssenator in Bremen. Hoffs Agieren in der völkischen Bewegung, das in sein Engagement in der Nordischen Gesellschaft mündete und sich dort entfaltete, wird in dieser Studie erstmals ebenso präsentiert wie die regionalen Aktivitäten der Gesellschaft.

 

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4. Richard von Hoff, die völkische Bewegung und die NSDAP in Bremen

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Porträt Richard von Hoff. Foto: Staatsarchiv Bremen, Bildarchiv

Eine vertiefte geschichtswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Leben und Wirken Richard von Hoffs ist bislang nicht erfolgt. In der Historiografie ist sein Werdegang bislang Gegenstand von Randnotizen und kurzen Anmerkungen, welche zum Teil fragwürdige Tendenzen aufweisen. So ist in der 1969 herausgegebenen „Bremischen Biografie“, welche Artikel zum Leben prominenter bremischer Persönlichkeiten enthält, zu lesen, Richard von Hoff habe als Herausgeber rassenkundlicher Zeitschriften „mit der von ihm nicht anders zu erwartenden wissenschaftlichen Gründlichkeit“187 gewirkt. Ferner heißt es dort, er sei „im Grunde kein politischer, sondern ein wissenschaftlicher Mensch“ gewesen, lediglich „die Selbstlosigkeit seiner Grundhaltung und sein völkisches Bemühen“188 hätten ihn dem Nationalsozialismus nahe gebracht. Der Autor des Artikels, Gustav Dehning, war ein langjähriger Kollege und enger Mitarbeiter Richard von Hoffs, dessen apologetische Darstellung maßgeblich zum bislang bestehenden Bild des Ideologen beitrug.

So sind ähnliche Äußerungen auch in der jüngeren Historiografie zu verzeichnen. In einem 2008 erschienenen Aufsatz setzte sich Kai Artinger mit dem Leiter der bremischen Kunsthalle in der Zeit des Nationalsozialismus, ← 57 | 58 → Emil Waldmann, auseinander. Er befasste sich dabei auch mit Senator von Hoff, in dessen Zuständigkeitsbereich die staatlichen Museen fielen. Artinger stellte dabei die These auf, über von Hoff sei „wenig bekannt. Sicher ist, dass der Studienrat ein fanatischer Rassentheoretiker, ansonsten aber ein ‚gutartiger‘ Nationalsozialist gewesen sein soll“189. Beiden Darstellungen ist gemein, dass sie seine Tätigkeit als Rassenideologe...

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