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Chile in der Operation Cóndor 1973-1977

Staatsterrorismus in Südamerika

Lennart Bohl

Entführungen, Folter und grausame Morde. In den 1970er Jahren wurde die Operation Cóndor zum Inbegriff des Staatsterrorismus in Südamerika. Das Werk analysiert auf der Grundlage von Quellen aus chilenischen und amerikanischen Archiven Aufbau und Funktionsweisen des Geheimdienstnetzwerkes und untersucht die Rolle des chilenischen Diktators Augusto Pinochet, der den Mord am ehemaligen chilenischen Außenminister Orlando Letelier im Herzen der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. im September 1976 in Auftrag gab.

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10. Fazit

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10.  Fazit

Als politische Grundvoraussetzung für die Schaffung des Geheimdienstnetzwerkes Operation Cóndor ist die Etablierung von Militärdiktaturen in den meisten südamerikanischen Ländern anzusehen. Auch wenn es graduelle Unterschiede zwischen den einzelnen Diktaturen, etwa was das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen anbelangt, gab, verband sie politisch eine radikal antikommunistische Grundausrichtung und die Unterdrückung jeglicher Opposition mittels eines rücksichtslosen Repressionsapparates. An Hand der genaueren Betrachtung der Entwicklungen nach dem Staatsstreich in Chile konnte gezeigt werden, mit welcher Brutalität das Regime gegen Oppositionelle vorging und welch tragende Rolle dabei der neu geschaffene Geheimdienst DINA spielte, der keinem Ministerium, sondern nur Pinochet persönlich unterstellt war.

Die Rolle, die die Vereinigten Staaten bei der Etablierung der Diktaturen spielten, und die Art und Weise, wie sie die antisozialistischen Regimes unterstützten, macht deutlich, wie sehr sich der Kalte Krieg auch auf den südamerikanischen Kontinent als „Hinterhof“ der USA auswirkte. Im Rahmen der National Security Doctrine war den USA jedes Mittel recht, um sozialistischen Ideen und Bewegungen in ihrer Einflusssphäre zu bekämpfen. Verletzungen der Menschenrechte wurden dabei billigend hingenommen oder, wie die Ausbildungshandbücher der SOA zeigen, sogar bewusst forciert.

Die Operation Cóndor selbst wurde Ende November 1975 mit dem erklärten Ziel gegründet, durch umfassende Kooperation zwischen den beteiligten südamerikanischen Geheimdiensten die auf dem Kontinent immer stärker werdende Bedrohung durch linksgerichtete Subversion zu bekämpfen. Kernelemente des neuen Netzwerkes waren die Stationierung...

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