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Gender im Fokus historischer Perspektiven

«Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»

Gabriele Förster

Aus historischer Perspektive wird in diesem Sammelband ein Blick auf Geschlecht bzw. Gender geworfen, wobei unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen zu Wort kommen – die Theologie, die Geschichtswissenschaft, die Germanistik sowie die Erziehungswissenschaft. Die Zeitspanne reicht hierbei vom Mittelalter bis in die Neueste Geschichte. Alle Beiträge sind vor dem Hintergrund der im Herbst 2014 und 2015 stattgefundenen Forschungskolloquien «Gender im Fokus» des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung (IZfG) der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald entstanden.

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Ein Genderblick auf ausgewählte Aspekte der Schulgesundheitspflege während der Weimarer Republik

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Abstract During the Weimar Republic a profiling process took place in the area of the school health care. The physical education was considered to be a particularly effective health-promoting method. Boys were supposed to become military-competent men. Girls, on the contrary, were expected to get prepared for their future roles as women and mothers.

1 Gesundheitszustand der jungen Generation und Schulgesundheitspflege

Nach dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches im November 1918 wurden Fragen der Schulhygiene und der Gesundheitserziehung im Rahmen dringender Maßnahmen zur Hebung der Volksgesundheit in der Öffentlichkeit und in der Fachpresse vielfach diskutiert. Dabei nahm die Bekämpfung der negativen Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die junge Generation einen zentralen Stellenwert ein.1 „Kinderelend“ und „Notstand der Schuljugend“ waren nur zwei Schlaglichter aus zeitgenössischen Quellen, die auf die problematische Situation der Heranwachsenden in der Folgezeit des Ersten Weltkrieges hinwiesen.2 Auf der Jahresversammlung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege im September 1921 in Nürnberg berichtete der Mediziner v. Drigalski u. a., dass von←221 | 222→ den Schulkindern „in Groß- und Industriestädten mehr als 40 %, in Mittelstädten 20 % und vielfach weit mehr stark unterernährt [sind], während auf dem Lande fast durchweg befriedigende Verhältnisse bestehen. […] Jedenfalls handelt es sich um Millionen von Kindern, die infolge der Unterernährung hilfsbedürftig sind.“3

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