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Gender im Fokus historischer Perspektiven

«Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.»

Edited By Gabriele Förster

Aus historischer Perspektive wird in diesem Sammelband ein Blick auf Geschlecht bzw. Gender geworfen, wobei unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen zu Wort kommen – die Theologie, die Geschichtswissenschaft, die Germanistik sowie die Erziehungswissenschaft. Die Zeitspanne reicht hierbei vom Mittelalter bis in die Neueste Geschichte. Alle Beiträge sind vor dem Hintergrund der im Herbst 2014 und 2015 stattgefundenen Forschungskolloquien «Gender im Fokus» des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung (IZfG) der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald entstanden.

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„Besonders tüchtig erscheint die holde Weiblichkeit.“ Geschlechtsspezifischer Tabak- und Alkoholkonsum in der DDR

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Abstract The article investigates the gender-specific tobacco and alcohol consumption practices in the German Democratic Republic, questioning if socialistic politics of gender equality led to an increase in female smoking and drinking. Health education publications and self-report documents from the 1950s to the 1980s serve a basis for this publication.

1 Einleitung

In den 1960er Jahren erreichten das Ministerium für Gesundheitswesen (MfGe) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zahlreiche Briefe, in denen sich Bürger*innen zu einem sie scheinbar sehr irritierenden Phänomen äußerten: der hohen Zahl weiblicher Raucherinnen. Der Medizinstudent Bernd R. aus Dresden, der sich in seiner Staatsexamensarbeit wissenschaftlich mit dem Thema Rauchen beschäftigt hatte, konstatierte in seinem Brief an den Gesundheitsminister: „Der Zuwachs des Tabakverbrauchs ist wohl dadurch erklärlich, daß viele Frauen und Jugendliche als ‚Raucherneulinge‘ hinzugekommen sind.“1 Paul B. aus Weißenfels äußerte die Ansicht, dass das Rauchen der Angestellten „gerade nach dem verflossenen Weltkrieg und vornehmlich bei den Frauen während der regulären Arbeitszeit einen Umfang angenommen hat, welcher als erschreckend und besorgniserregend bezeichnet werden muß.“2 Aufgrund von Beobachtungen im Lehrbetrieb seiner Tochter gelangte der Dresdner Rudolf R. sogar zu der Einschätzung: „Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Personen sind da mitunter kaum zu machen.“3

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