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Das Lügenproblem bei Kant

Eine praktische Anwendung der Kantischen Ethik auf die Frage nach der moralischen Bedeutung von Falschaussagen

Yasutaka Akimoto

Dieses Buch prüft die allgemeine Forschungsmeinung, dass Kant ein Vertreter des absoluten Lügenverbots sei. Dabei verteidigt der Königsberger Philosoph aber ebenso den Standpunkt, dass die Moralität einer Handlung von der Maxime des Willens abhängt. Wenn Kant nun gleichzeitig behaupten würde, dass bestimmte Handlungen in jedem Fall verboten sind, würde er sich widersprechen. Indem das Buch die begriffliche Unterscheidung von «Lügen» als pflichtwidrige Falschaussagen und «Unwahrheiten» als nicht pflichtwidrige Falschaussagen trifft, bietet es für dieses Paradox der Kant-Forschung als erste Monografie zum Lügenproblem einen Lösungsansatz. So wird man mit Kant sogar sagen können: «Manchmal musst du die Unwahrheit sagen.»

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2. Kants Ansichten zur Lüge vor der Herausgabe der GMS

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2.  Kants Ansichten zur Lüge vor der Herausgabe der GMS

2.1  Die Ethikvorlesungen

Im Wintersemester des Jahres 1756 beginnt Kant mit seinen Ethikvorlesungen.129 Die Nachschriften liegen für den Zeitraum vom Wintersemester 1762/63 bis zu Kants letztem Kolleg im Wintersemester 1793/94, also über drei Jahrzehnte, in Kants gesammelte Schriften (Ak) in der vierten Abteilung (Band XXVII) vor.

Außer der Ak gibt es noch eine weitere Publikation mit Ethikvorlesungen von Kant: Eine Vorlesung Kants über Ethik (VE)130, die Paul Menzer 1924 herausgegeben hat.

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