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Das Lügenproblem bei Kant

Eine praktische Anwendung der Kantischen Ethik auf die Frage nach der moralischen Bedeutung von Falschaussagen

Yasutaka Akimoto

Dieses Buch prüft die allgemeine Forschungsmeinung, dass Kant ein Vertreter des absoluten Lügenverbots sei. Dabei verteidigt der Königsberger Philosoph aber ebenso den Standpunkt, dass die Moralität einer Handlung von der Maxime des Willens abhängt. Wenn Kant nun gleichzeitig behaupten würde, dass bestimmte Handlungen in jedem Fall verboten sind, würde er sich widersprechen. Indem das Buch die begriffliche Unterscheidung von «Lügen» als pflichtwidrige Falschaussagen und «Unwahrheiten» als nicht pflichtwidrige Falschaussagen trifft, bietet es für dieses Paradox der Kant-Forschung als erste Monografie zum Lügenproblem einen Lösungsansatz. So wird man mit Kant sogar sagen können: «Manchmal musst du die Unwahrheit sagen.»

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5. Der Rigorismusvorwurf

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5.  Der Rigorismusvorwurf

Kants Ethik wurde auf verschiedene Weise kritisiert. Der älteste und wohl bekannteste Vorwurf ist der Rigorismusvorwurf von Friedrich Schiller (1759–1805). Noch zu Lebzeiten Kants wird seine Ethik als rigoristisch getadelt und Kant selbst setzt sich mit diesem Vorwurf auseinander. „Seit Schiller und Benjamin Constant wird Kant Rigorismus vorgeworfen“405, schreibt Höffe, und tatsächlich verbinden bis heute viele Forscher wie Paton406, Gillespie407 und Sedgwick408 Kants Ethik mit dem Rigorismus. Vor allem bei Kants Ansichten zum Lügenproblem ist dies häufig der Fall.

Es scheint also unerlässlich, sich bei der Betrachtung des Kantischen Lügenproblems auch mit dem ihm entgegengebrachten Rigorismusvorwurf auseinanderzusetzen. Dazu sollte zunächst geklärt werden, was dieser überhaupt besagt, und darüber hinaus, ob er auf Kants Ethik, besonders auf seine Einstellung zum Lügenproblem, zutrifft.

5.1  Was bedeutet ‚Rigorismus‘?

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