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Diversität in europäischen Bildungssystemen und in der Lehrer_innenbildung

Edited By Cristina Allemann-Ghionda, Gülbeyaz Kula and Laurent Mignon

Der Sammelband erörtert aus verschiedenen Blickwinkeln die Bedeutung von Diversität in exemplarisch ausgewählten Hochschulen und Bildungssystemen in Europa sowie in der Lehrer_innenbildung in Deutschland. Damit verbunden ist die Frage, was getan werden kann, um den Herausforderungen der Diversität und der Internationalisierung konstruktiv zu begegnen. Weitere Theoriebildung und konkrete Vorschläge zeigen Wege auf, um die Bildungsbeteiligung aller Menschen, unabhängig von ihrer sozio-ökonomischen, religiösen, ethnischen, kulturellen Herkunft und Zugehörigkeit, ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Alters, ihrer kognitiven und motorischen Fähigkeiten sowie ihrer Sprachen, zu begünstigen und zu erhöhen.

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Diversity: interdisziplinär, zeitdiagnostisch, pädagogisch (Annedore Prengel)

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Annedore Prengel

Diversity: interdisziplinär, zeitdiagnostisch, pädagogisch1

Abstract: The term ‘diversity’ carries a variety of academic, political and educational connotations due to the international contexts where it is found. This article reflects on the principles of human rights of freedom, equality and solidarity in diversity education and their relevance in late modern educational thought and practice.

Mit Diversity sind Vorstellungen verbunden, die – aus internationalen Kontexten kommend – auf wissenschaftlich, politisch und pädagogisch vielseitige Bedeutungen verweisen. Im folgenden Beitrag wird danach gefragt, was angesichts des Facettenreichtums ihre grundlegende Gemeinsamkeit ausmacht. Diversity-Education wird zeitdiagnostisch im Kontext spätmoderner Entwicklungen analysiert. Abschließend werden intersubjektive und weltbürgerliche Horizonte „Inklusiver Pädagogik“ umrissen.

1.   Diversity: Transkulturelle Ideen-, Bild- und Begriffsnomaden

Der Soziologe Norbert Elias macht 1970 darauf aufmerksam, dass die beiden wichtigen Kennzeichen sozialer Tatsachen „Beziehungen“ und „Veränderungen“ sind. Er sucht nach einer sozialwissenschaftlichen Sprache, die dieser Dynamik und Relationalität des Sozialen gerecht werden kann. Mit dem Begriff der „Figuration“ bringt er das unablässig Veränderliche und das stets Aufeinander-Bezogene gesellschaftlicher Gegebenheiten zum Ausdruck. Gesellschaftsmitglieder bündeln und konturieren sich historisch in immer wieder neuen Figurationsströmen. Da alle aufeinander bezogen sind, sind sie auch voneinander abhängig. ← 25 | 26 → In der Abhängigkeit erkennt Elias Machtverhältnisse, von denen diese Dynamiken durchzogen sind.

Die Ideen und Begriffe unserer Diskurse gehen aus den sozialen Figurationen hervor und beeinflussen ihrerseits deren Herausbildung. Unsere subjektiven...

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