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Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900

Mit einem Blick auf Osteuropa

Christoph F. Lorenz

Das Lexikon enthält Informationen über Biographie, Werkanalyse und bibliographische Angaben wichtiger Autoren der deutschsprachigen «Fantasy» und Science Fiction im 20. und 21. Jahrhundert. Überblicksartikel befassen sich darüber hinaus mit Fragen des Genres, deutscher Literatur vor und nach 1945, skandinavischen Werken seit 1900, osteuropäischen Werken und angloamerikanischer Fiktion.

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Kurze Geschichte der anglo-amerikanischen Science Fiction und Fantasy (Franz Rottensteiner)

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Franz Rottensteiner

Kurze Geschichte der anglo-amerikanischen Science Fiction und Fantasy

1. Die Anfänge der amerikanischen Science Fiction

In seiner polemischen Studie „The Dreams Our Stuff Is Made Of: How Science Fiction Conquered the World“1 (1998), die in der akademischen Kritik arg zerzaust wurde, nennt Thomas M. Disch E. A. Poe unseren „peinlichen Vorfahren“. Poe hatte großes Interesse für Grenz- oder Pseudowissenschaften (Mesmerismus), technische Unternehmungen, („Balloon Story“), war Schwindelunternehmen nicht abgeneigt („The Moon Hoax“), bevorzugte pseudologische Beweisführungen, bediente sich des Ehrfurcht gebietenden Vokabulars der Wissenschaft, liebte gotische Settings und theatralische Inszenierungen. All das machte ihn zum Stammvater gleich dreier moderner Genres: der Science Fiction, der Detektivgeschichte und der Horrorstory. Seine Rolle in der Science Fiction war, was ihre Themen angeht, eher marginal, aber der gotische Modus, den Brian W. Aldiss in seiner Geschichte der Science Fiction „The Billion Year Spree“2 (1973) als eine der Eigenschaften der Gattung hervorhebt, wirkt noch heute fort. Die Gelehrten haben eine Genealogie von Vorläufern konstruiert, die in Amerika den romantischen Fitz-James O’Brien (1828–1862) einschließt (vor allem „The Diamond Lens“ [1858], in dem ein Wissenschaftler intelligentes Leben in einem Wassertropfen entdeckt, und „What Was It? A Mystery“ [1859], eine Geschichte von einem unsichtbaren Wesen). Ambrose Bierce (1842–ca. 1914) gehört dazu mit seiner berühmten Robotergeschichte „Moxon’s Master“(1909), ebenso Nathaniel Hawthorne und andere.3 Auf der Ebene der Groschenhefte für Jugendliche gab es die Geschichten um den...

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