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Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900

Mit einem Blick auf Osteuropa

Christoph F. Lorenz

Das Lexikon enthält Informationen über Biographie, Werkanalyse und bibliographische Angaben wichtiger Autoren der deutschsprachigen «Fantasy» und Science Fiction im 20. und 21. Jahrhundert. Überblicksartikel befassen sich darüber hinaus mit Fragen des Genres, deutscher Literatur vor und nach 1945, skandinavischen Werken seit 1900, osteuropäischen Werken und angloamerikanischer Fiktion.

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Nachtrag zu Čapek, Karel (Christoph F. Lorenz)

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Christoph F. Lorenz

Nachtrag zu Čapek, Karel

Janáceks musikalische Vision der „Sache Makropoulos“

Als Leos Janácek in den Jahren 1923–1925 die Oper „Vec Makropoulos“ komponierte, sein vorletztes Bühnenstück, wählte er einen ganz und gar exzentrischen und ungewöhnlichen Stoff, die Komödie „Die Sache Makropoulos“ von Karl Čapek, 1922 in Prag uraufgeführt. Čapek selbst hatte noch am 27. Februar 1923 versucht, dem mährischen Komponisten Janácek die Sache auszureden und sein Bühnenstück als „unpoetisch und schwatzhaft“ beschrieben1. Tatsächlich hat Janácek, wie auch in seinem letzten Opernwerk, „Aus einem Totenhaus“ nach Dostoievski, die Čapekschen Texte enorm verknappt und dramaturgisch geschickt zusammengezogen. Auf traditionelle Duette, Monologe, Chorszenen verzichtete Janácek weitgehend zugunsten einer komprimierten Struktur, die auf vier musikalischen Prinzipien beruht: 1.) Ostinato, 2.) Variation, 3.) Verwendung ‚sprechender‘ Motive, 4.) Benutzung charakteristischer Instrumente wie die Viola da Gamba oder das Tamburetto piccolo, eine Kindertrommel, die wie Totentänze klingt. Nur in der letzten Szene, wenn die 337-jährige Emilia Marty alias Elina Makropoulos Abschied nimmt von ihrem leer gewordenen ‚ewigen‘ Leben, wiederholt ein Männerchor hinter der Szene geisterhaft einzelne ihrer Worte2.

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