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Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900

Mit einem Blick auf Osteuropa

Christoph F. Lorenz

Das Lexikon enthält Informationen über Biographie, Werkanalyse und bibliographische Angaben wichtiger Autoren der deutschsprachigen «Fantasy» und Science Fiction im 20. und 21. Jahrhundert. Überblicksartikel befassen sich darüber hinaus mit Fragen des Genres, deutscher Literatur vor und nach 1945, skandinavischen Werken seit 1900, osteuropäischen Werken und angloamerikanischer Fiktion.

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Martynow, Georgi (Matthias Schwartz)

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Matthias Schwartz

Martynow, Georgi

Biographie

Georgi Sergejewitsch Martynow (1906–1983) ist ein typischer Repräsentant der sowjetischen Science Fiction der Tauwetterzeit und der frühen Brešnew-Jahre, die im Zuge der Weltraumbegeisterung vor allem mit Themen über die kosmische Zukunft der Menschheit und Begegnungen mit Außerirdischen große, insbesondere jugendliche Leserkreise erreichte. Geboren in der Familie eines Eisenbahningenieurs im heute weißrussischen Grodno, verbrachte er einen Großteil seiner Kindheit in Jekaterinodar (seit 1920 Krasnodar) im Süden Russlands gute 100 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt, ehe er im Zuge der Oktoberrevolution und der Scheidung seiner Eltern bereits mit 14 Jahren als Reparaturarbeiter der Eisenbahn in der heutigen Ukraine sein Auskommen verdienen musste. 1927 ging er nach Leningrad und begann eine militärische Ausbildung, die er infolge eines Arbeitsunfalls abbrechen musste, als er mit 24 Jahren 80 Prozent seines Gehörs verlor. Stattdessen begann er vor dem Hintergrund der ersten Fünfjahrespläne und der forcierten Industrialisierung des Landes sich vom einfachen Elektroinstallateur zum Abteilungsleiter der Leningrader Fabrik für gummitechnische Produkte hochzuarbeiten, während er gleichzeitig die Fachhochschulreife nachholte und ein Abendstudium als Ingenieur absolvierte. Nach dem deutschen Überfall meldete er sich freiwillig zur Armee und kämpfte im Zweiten Weltkrieg in Leningrad und im Baltikum. Zu schreiben begann Martynow in der Nachkriegszeit, gab aber erst nach Stalins Tod seinen Ingenieursberuf auf, publizierte fast 50-jährig im Jahr 1955 seinen ersten Roman und trat ein Jahr später dem...

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