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Bühne und Bürgertum

Das Hamburger Stadttheater (1770–1850)

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Bernhard Jahn and Claudia Maurer Zenck

Der vorliegende Band versammelt die Beiträge einer interdisziplinär ausgerichteten Tagung, die im März 2015 in Hamburg stattfand und das Hamburger Stadttheater (1770–1850) zum Thema hatte. Im Mittelpunkt der ersten Sektion steht die Frage nach dem spezifischen Profil des Hamburger Stadttheaters, die durch Vergleiche mit anderen Stadt- und Hoftheatern der Zeit perspektiviert wird. Aspekte der Spielplangestaltung, der Repertoirebildung und der dabei verwendeten Gattungen des Sprech- und Musiktheaters bilden das Thema der zweiten Sektion. Die Beiträge des dritten Teils widmen sich den Akteuren des Hamburger Theaters sowie den Austauschprozessen zwischen Bühne, Theaterpublikum und Presse. Die vierte Sektion beschäftigt sich mit der Kanonbildung am Beispiel von Shakespeare-, Lessing- und Beaumarchais-Aufführungen.

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Bühne und Bürgertum. Das Hamburger Stadttheater 1770–1850. Einleitung

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Wohl keine zweite Stadt im deutschen Sprachgebiet kann auf eine so reiche und kontinuierliche Tradition nichthöfischen Theaters zurückblicken wie Hamburg. Seit der Gründung der Oper am Gänsemarkt 1678, an der der Adel immerhin noch beteiligt war,1 gab es eine nahezu ununterbrochene Reihe von Theaterunternehmungen, die, angetrieben von den Energien engagierter Bürger und auf Aktienbasis operierend, Theater für die Hansestadt ermöglichten, zunächst in einem Gebäude an der Binnenalster in der Nähe des Gänsemarktes, ab 1827 dann in einem Gebäude an der Stelle, an der sich heute die Staatsoper befindet, und das dann auch von Anfang an unter dem Namen Stadttheater firmierte. Die Bezeichnung Stadttheater war in Hamburg seit etwa 1800 gebräuchlich, vorher wurde das Theater meist als Comödien-Haus bezeichnet.2

Die einzelnen Phasen der Hamburger Theatergeschichte sind unterschiedlich gut erforscht.3 Während das Nationaltheaterprojekt 1765–1768 dank Lessings←9 | 10→ Hamburgischer Dramaturgie in der germanistischen Forschung ein seit dem späten 19. Jahrhundert ungebrochenes Interesse beanspruchen konnte,4 während sich die Gänsemarktoper (1678–1738) immerhin seit den 1990er Jahren einer erhöhten Aufmerksamkeit seitens der Musik- und Literaturwissenschaft erfreut,5 ist vor allem die Phase nach dem Ende des Nationaltheaterprojektes von der neueren Forschung, sieht man einmal vom Aspekt der Shakespeare-Rezeption6 und dem Musiktheater in den beiden Jahrzehnten vor und nach 18007 ab, weitgehend unberücksichtigt geblieben. Die Zeit zwischen 1770 und 1850 kann, wenn sie auf einen Nenner gebracht werden...

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