Show Less
Restricted access

Bühne und Bürgertum

Das Hamburger Stadttheater (1770–1850)

Series:

Bernhard Jahn and Claudia Maurer Zenck

Der vorliegende Band versammelt die Beiträge einer interdisziplinär ausgerichteten Tagung, die im März 2015 in Hamburg stattfand und das Hamburger Stadttheater (1770–1850) zum Thema hatte. Im Mittelpunkt der ersten Sektion steht die Frage nach dem spezifischen Profil des Hamburger Stadttheaters, die durch Vergleiche mit anderen Stadt- und Hoftheatern der Zeit perspektiviert wird. Aspekte der Spielplangestaltung, der Repertoirebildung und der dabei verwendeten Gattungen des Sprech- und Musiktheaters bilden das Thema der zweiten Sektion. Die Beiträge des dritten Teils widmen sich den Akteuren des Hamburger Theaters sowie den Austauschprozessen zwischen Bühne, Theaterpublikum und Presse. Die vierte Sektion beschäftigt sich mit der Kanonbildung am Beispiel von Shakespeare-, Lessing- und Beaumarchais-Aufführungen.

Show Summary Details
Restricted access

„Aber in Hamburg war Sollen und Wollen gegen mich“ Karoline Schulze-Kummerfeld (1742–1815) und das Hamburger Publikum

Extract



Unser Weg ging nach Hamburg. Je näher ich Hamburg kam, je mehr fühlte ich in mir ein – ich weis nicht was? Das mich beunruhigte; […] Alles machte mich beben. Alles zog und zerte und preßte mein Herz zusammen – ich selbst war mir ein unbegreifliches Wesen. […] Hamburg ganz vor mir liegen zu sehen und Todesangst zu fühlen war eins. […] Fort, fort, hier ist mehr für mich als Tod und Grab – unsichtbares Elend, Elend auf mein ganzes Leben.1

Mit diesen Worten beschreibt die Schauspielerin Karoline Schulze-Kummerfeld ihre Empfindungen, als sie sich zu Anfang des Septembers 1764 erstmals der Stadt Hamburg näherte. Und dem Prinzipal der Theatergesellschaft, mit der sie nach Hamburg gereist war – es war Konrad Ernst Ackermann – erklärte sie kategorisch: „Hier bleibe ich nicht bey Ihnen, wo Sie nicht machen, das wir bald wieder fortreisen […] – hier kann ich nicht bleiben.“2

Sie blieb, sie mußte bleiben: Am 6. September 1764 betrat sie erstmals die Bühne in Hamburg3, auf der sie bis am 6. März 17674 auftreten sollte und auf←391 | 392→ die sie zehn Jahre später zurückkehren würde. Insgesamt 14 Jahre ihres Lebens verbrachte sie im von ihr so wenig geliebten Hamburg, darunter zehn Jahre in einer, aufs Ganze gesehen, eher unglücklichen Ehe.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.