Show Less
Restricted access

Meinungsmacht in einer konvergenten Medienwelt

Erfassung medialen Einflusspotentials und seine rechtliche Bewertung

Series:

Alexander Natt

Das Grundkonzept des Medienkonzentrationsrechts ist seit rund zwanzig Jahren unverändert geblieben und stammt damit aus einer Zeit, in der eines der in Deutschland heute meistzitierten Online-Medien «Spiegel Online» noch keine zwei Jahre existierte und derzeit die Schlagzeilen dominierende Unternehmen wie «Google», «Facebook» oder Portale wie «YouTube» noch nicht einmal gegründet waren. Die methodische Erfassung medialen Einflusspotentials und seine rechtliche Bewertung werden angesichts dieser umwälzenden Veränderungen in der Medienlandschaft und veränderter Nutzungsgewohnheiten immer schwieriger. Den entscheidenden konzeptionellen Fragen zur Erfassung und Verhinderung vorherrschender Meinungsmacht in einer konvergenten Medienwelt geht der Autor in dieser Untersuchung nach.

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort des Verfassers

Extract



Unabhängige Massenmedien sind für moderne Demokratien überlebensnotwendig. Sie sind die Plattform für den gesamtgesellschaftlichen Diskurs. Gleichzeitig kommt ihnen in dieser Rolle auch das Potential zur bewussten oder unbewussten Beeinflussung zu. Durch die notwendige Auswahl, Gewichtung und Einordnung von Inhalten bestimmen Massenmedien maßgeblich, ob und wie meinungs- und gesellschaftsrelevante Inhalte wahrgenommen werden. Sie schieben sich gewissermaßen wie ein Filter vor die „Realität“.

Ist diese Meinungsmacht der Medien abstrakt jedem begreiflich, stellt der konkrete Umgang mit ihr eine ungleich größere Herausforderung dar. Das Bundesverfassungsgericht fordert vom Gesetzgeber wirksame Maßnahmen zur Verhinderung vorherrschender Meinungsmacht. Meinungsmacht selbst ist allerdings kein messbarer Wert und so sind die entscheidenden konzeptionellen Fragen ihrer Erfassung und rechtlichen Bewertung seit jeher umstritten. Umwälzende Veränderungen in der Medienlandschaft und veränderte Nutzungsgewohnheiten, deren Auswirkungen die wissenschaftliche Forschung gerade erst zu verstehen beginnt, erschweren die Sachlage zusätzlich. Gleichzeitig macht diese konvergente Medienwelt die Suche nach Lösungen umso dringlicher.

Vor diesem Hintergrund kann und will diese Arbeit keine endgültigen und allumfassenden Lösungen versprechen. Gleichwohl sollen bestehende Annahmen kritisch hinterfragt, neue Schlussfolgerungen gezogen und so der Diskussion um ein reformiertes Medienkonzentrationsrecht neue Impulse gegeben werden.

Für die Aufnahme dieser Überlegungen in die Schriftenreihe des Mainzer Medieninstituts gebührt dem Direktor Professor Dr. Dieter Dörr sowie der Geschäftsführerin Birgit Harz ein ganz herzlicher Dank.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.