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Geschäftsmodell Judenhass

Martin Hilti – «Volksdeutscher» Unternehmer im Fürstentum Liechtenstein 1939–1945

Franco Ruault

Das Buch untersucht das Leben des Liechtensteiner Unternehmers Martin Hilti (1915–1997) und seine Beziehung zum Nationalsozialismus im Fürstentum Liechtenstein. Der Begründer der Maschinenbau Hilti, der heutigen Hilti AG in Schaan, war einer der aggressivsten Verfechter des Nationalsozialismus im Fürstentum. Im berüchtigten Hetzblatt «Der Umbruch» denunzierte, verhöhnte und verspottete Hilti jahrelang Juden in Liechtenstein und forderte die Vernichtung der «jüdischen Rasse». Der Autor analysiert, welchen Einfluss Hiltis radikalökonomische Einstellung auf sein Leben, sein Wirken und, nicht zuletzt, auf sein Unternehmen hatte. Das Buch zeichnet das Bild von Martin Hilti, vom radikalen Nationalsozialisten zum Vorzeigeunternehmer.

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II. Der Netzwerker für das NS-Regime: Motive, Hintergründe und Aktivitäten

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II. Der Netzwerker für das NS-Regime: Motive, Hintergründe und Aktivitäten

1 „Im Bewusstsein der Schuldlosigkeit“

Neben seiner publizistischen Hetze im „Umbruch“ waren Martin Hiltis Aktivitäten als nationalsozialistischer Kämpfer in Liechtenstein noch anderer Art. Sein Bestreben, möglichst viele Menschen für den Nationalsozialismus zu gewinnen, um dadurch die Kampfkraft der Wehrmacht und der Waffen-SS zu stärken, war dabei keinesfalls jemals uneigennützig gewesen.

In Hiltis Selbstdarstellung wurde zeitlebens das Bild eines in erster Linie begeisterten Unternehmers gezeichnet, dem unter den herrschenden Umständen eben gewisse Dienste für Nazi-Deutschland zwanghaft abverlangt wurden. Und er hätte diese Dienste eben, so gut es ging, hintertrieben oder eben widerwillig befolgt, da er mit seinem Unternehmen eben völlig abhängig vom Deutschen Reich war.

Die überlieferten Dokumente und Aussagen von involvierten Akteuren lassen diese Selbstdarstellung jedoch nicht immer glaubhaft erscheinen. War Martin Hilti tatsächlich in erster Linie darauf bedacht, sich durch seinen Kampf für den Nationalsozialismus ausschließlich Vorteile für sein Unternehmen in Schaan verschaffen zu können? Und geschahen diese seine Dienste tatsächlich widerwillig und nur zu dem Zweck, dass er ungehindert in seinem Betrieb für die deutsche Rüstung produzieren konnte? Wir berühren damit die bislang völlig vernachlässigte Frage nach der tatsächlichen Art der Produktivität von Martin Hilti für Nazi-Deutschland. Denn diese Produktivität ließ keineswegs nur Industriegüter für die deutsche Rüstungsindustrie...

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