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Beiträge zum Islamischen Recht XI

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Irene Schneider and Thoralf Hanstein

Der Band enthält die auf der Jahrestagung der «Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht» (GAIR) im Oktober 2015 an der Universität Göttingen gehaltenen Vorträge. Thema der Tagung war «Genderforschung und Genderfragen im islamischen Recht». Die Vorträge werden ergänzt um zwei weitere, themenrelevante Fachbeiträge. Die Autoren gehen in den Beiträgen zum einen der Frage nach, welche Rolle und Bedeutung die Geschlechterforschung im Recht hat. Zum anderen wird anhand empirischer Beispiele die Geschlechterstellung im deutschen Recht und im islamischen Recht – in Deutschland und in der muslimischen Welt – definiert und diskutiert.

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Recht und Geschlecht:Grundfragen der juristischen Geschlechterforschung

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Friederike Wapler, Göttingen

Recht und Geschlecht: Grundfragen der juristischen Geschlechterforschung

Die juristische Geschlechterforschung wird in Deutschland häufig auf stereotype Annahmen über „den Feminismus“ reduziert und institutionell an den rechtswissenschaftlichen Fakultäten nur selten repräsentiert.1 Begibt man sich aber in dieses Forschungsfeld, so stößt man auf eine Vielfalt an Themenfeldern und Forschungsansätzen.2 Übersehen wird vielfach auch die lange Tradition dieser Disziplin, waren doch die Kämpfe der Frauenbewegung immer auch Kämpfe um Rechte: auf Freiheit und Gleichberechtigung in Ehe und Familie, auf Bildung und Beruf, auf Teilhabe am politischen Leben, auf Schutz vor Gewalt und Demütigung, um nur einige wichtige Beispiele zu nennen.3 Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über Gegenstände und Methoden der juristischen Geschlechterforschung und widmet sich anschließend etwas genauer einer Schlüsselfrage der Disziplin, auf die man sich von den konkreteren Problemen immer wieder zurückgeworfen sieht: die Frage nach dem Subjekt des Rechts und – damit zusammenhängend – nach dem Geschlechterbegriff des Rechts.←13 | 14→

1. Gegenstände und Methoden der juristischen Geschlechterforschung

Die juristische Geschlechterforschung gehört zu den Grundlagendisziplinen der Rechtswissenschaft. Die Rechtswissenschaft und mehr noch die Rechtspraxis sind zu einem erheblichen Teil von den Methoden der Rechtsdogmatik geprägt. Rechtsdogmatik nimmt das zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort gegebene, das „positive“ Recht als den gesetzten Rahmen ihrer Arbeit und befasst sich damit, dieses Recht auszulegen, auf konkrete Sachverhalte anzuwenden („Fälle zu lösen“), seine Systematik...

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