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Provincial Turn

Verhältnis zwischen Staat und Provinz im südöstlichen Europa vom letzten Drittel des 17. bis ins 21. Jahrhundert

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Edited By Ulrike Tischler-Hofer and Karl Kaser

Das Buch analysiert aus historischer Perspektive das Verhältnis zwischen Staat und Provinz im südöstlichen Europa. Die internationalen Beiträge erweitern die Ideen des Vorgängerbandes «Provinz als Denk- und Lebensform» um die historische Erforschung von «Provinz». Die BeiträgerInnen decken einen zeitlichen Bogen vom letzten Drittel des 17. bis ins 21. Jahrhundert und einen räumlichen Horizont vom Südwesten der Habsburgermonarchie bis in die europäischen Randzonen des Osmanischen Reiches ab. Durch den spezifischen Blickwinkel «von unten» werden die komplexen Beziehungen zwischen «Provinz» und Staat oder Zentrum in neues Licht gerückt.

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Johann Christoph Kindsperger (1636–1678): Innerösterreichische Verwurzelung und staatsmännischer Weitblick. Eine historische Annäherung an das Verhältnis zwischen Staat und Provinz (Ulrike Tischler-Hofer)

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Ulrike Tischler-Hofer

Johann Christoph Kindsperger (1636–1678):Innerösterreichische Verwurzelung und staatsmännischer Weitblick. Eine historische Annäherung an das Verhältnis zwischen Staat und Provinz

Forschungsthema und Ziele

Die folgenden Überlegungen sind als erste grundlegende Annäherung1 an die in Innerösterreich zwischen Graz und Triest (Trieste) äußerst umtriebige Beamtenfamilie Kindsperger2 zu deuten, die ab dem frühen 17. Jahrhundert im landesfürstlichen Dienst zu beachtlichem sozialen Aufstieg gelangt war. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der wohl prominenteste Spross der Kindspergers, Johann Christoph3 (Triest 1636 – Adrianopel 1678). Nach rund zwei←13 | 14→ Jahrzehnten, die dieser teils im küstenländischen Innerösterreich, teils in Ausbildung bei den Jesuiten in Graz zugebracht hatte, und einer elfjährigen Karriere im landesfürstlichen Dienst ebendort, war ihm als Mitglied der steirischen Landschaft die ehemalige Residenz Innerösterreichs auch Sprungbrett für seine Karriere als kaiserlicher Resident in Konstantinopel (Istanbul). Seine Residententätigkeit4, die aufgrund seines frühen Todes nur sechs Jahre (1672–1678) dauerte, war zeitlebens von Lokalpatriotismus und tiefer Sehnsucht nach seiner Heimat Triest, von innerösterreichischer Verwurzelung und schließlich von der Sorge um den leidgeprüften Vater geprägt, um derentwillen Johann Christoph sich für den Schritt hinaus in die große Welt wahrscheinlich überhaupt erst entschieden hatte. Aus dem von der Geschichtswissenschaft oft vernachlässigten Blickwinkel von unten verdeutlicht eine historisch-genealogische Herangehensweise an Leben und Wirken von Johann Christoph Kindsperger unter Beiziehung einer Fülle von bislang unveröffentlichten Quellen...

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